Das Feuer hat sich von der Mülltonne über das Werbebanner bis zur Wohnung von Manda L. hochgefressen Foto: privat

Großbrand an der Oldesloer Straße

Schnelsenerin ist nach Feuer wohnungslos, Brandstiftung wird vermutet

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Als in der Nacht von Freitag auf Sonnabend des G20-Wochenendes Hamburger Stadtteile wie die Sternschanze von heftigsten Krawallen erschüttert werden, ist davon im nur wenige Kilometer entfernten Schnelsen kaum etwas zu spüren.

 

Auch Manda L. liegt im Bett in ihrer Wohnung an der Oldesloer Straße und schläft, als sie gegen vier Uhr morgens von dem Schein lodernder Flammen und dem Knistern von Feuer aus dem Tiefschlaf gerissen wird. „Ich blickte auf, und sah, dass ein Teil meines Schlafzimmers bereits in Flammen stand“, berichtet sie mit zittriger Stimme.

„Es fällt mir noch immer schwer, meine Wohnung zu betreten, es macht mich so unfassbar traurig“, sagt die Filialleiterin eines Fotogeschäfts. Kein Wunder: Der Geruch nach Rauch, noch immer beißend, hat sich in jede Ritze ihrer kleinen Eigentumswohnung gefressen. Hinzu kommt das Löschwasser, das Küche und Badezimmer zerstört hat. „Ich habe erst vor vier Jahren alles frisch renoviert“, sagt L. traurig. Nun ist sie wohnungslos, hat bei einer Nachbarin Unterschlupf gefunden.

Die Feuerwehr war in der Unglücksnacht mit insgesamt 43 Einsatzkräften vor Ort, die Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Ecke Burgwedel wurden evakuiert. Bis auf L. konnten mittlerweile alle in ihre Wohnungen zurückkehren. Glück im Unglück: „Gott sei Dank kommen Hausrat- und Gebäudeversicherung für den Schaden auf“, berichtet Wanda L. erleichtert.

Nach derzeitigem Kenntnisstand war ein Müllcontainer, der sich quasi direkt unter L.s Schlafzimmer befand, in Brand geraten. Über ein Werbebanner eines Matratzengeschäfts im Erdgeschoss kletterten die Flammen in kürzester Zeit zum Dachstuhl und ließen das Dach in voller Ausdehnung brennen.

Wie ist es zu dem Brand gekommen? L. will verdächtige Männer gegenüber ihres Wohnhauses beobachtet haben. Auch die Polizei geht mittlerweile von Brandstiftung aus. Einen Hinweis auf einen Zusammenhang mit den Krawallen des G20-Gipfels gibt es allerdings nicht. cs

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