In Schnelsen sind Polizisten aus anderen Bundesländern untergebracht Foto: cs

Mächtig was los

Die Auswirkungen des Weltpolitiker-Treffens für unsere Stadtteile

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Der Countdown läuft: Am Wochenende findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Am 7. und 8. Juli treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in den Messehallen, um über Fragen der Finanz-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik sowie des Klimaschutzes zu diskutieren.

Unter ihnen: US-Präsident Donald Trump, Russlands Staatschef Wladimir Putin sowie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Ein Großereignis, das seinesgleichen sucht: Auch in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen werden die Ausläufer noch zu spüren sein. Und das nicht nur, weil ein Teil der auswärtigen Polizei in Schnelsener Hotels untergebracht wurde. Auch die Fahrt vom Flughafen zum Veranstaltungsort führt die Polit-Prominenz des G20-Gipfels durch unsere Stadtteile.
Transferkorridor

Seltener Gast Die Air Force One von US-Präsident Donald Trump wird aller Voraussicht nach ebenfalls in Hamburg landen Foto: Sven Herrmann/pixelio.de

Am 7. und 8. Juli wird die Hamburger Polizei einen sogenannten Transferkorridor einrichten, in dem die Fahrzeugkolonnen der Staatsgäste, die bis zu 60 Fahrzeuge führen können, möglichst unbehelligt zu ihren jeweiligen Zielen gelangen sollen. Das 38 Quadratkilometer große Gebiet verläuft vom Flughafen im Norden bis zur Willy-Brandt-Straße im Süden, von Niendorf und Lokstedt im Westen bis nach Steilshoop und Ohlsdorf im Osten. Bedeutet: Auch wichtige Verkehrsachsen unserer Stadtteile etwa Papenreye, Nedderfeld, Kollaustraße, Lokstedter Steindamm und Siemersplatz sowie Teile der Stresemannallee, des Grandwegs und der Vogt-Wells-Straße liegen in dieser Zone, in der das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit eingeschränkt wird, also keine Demonstrationen und Kundgebungen unter freiem Himmel stattfinden dürfen. Wer im genannten Bereich arbeitet oder wohnt, soll aber laut Polizei mit keinen massiven Einschränkungen rechnen müssen – außer wenn gerade eine Kolonne unterwegs ist. Dann nämlich müssen Straßen und Wege zur Sicherheit der Staatsgäste kurzfristig abgeriegelt werden. Wann, wo und wie lange gesperrt ist, wird kurzfristig entschieden und nicht vorher bekannt gegeben.

Geänderte Fahrpläne

Wer am 7. oder 8. Juli einen Ausflug in die Innenstadt plant, sollte unbedingt sein Auto stehen lassen. Aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Umsteigen und Verspätungen einkalkuliert werden. Denn von Donnerstag, 6. Juli, 12 Uhr bis Sonnabend, 8. Juli, 20 Uhr verkehren viele Buslinien nach geänderten Fahrplänen.

Betroffen sind Linien, die in der Nähe des Flughafens und der Veranstaltungsorte und Hotels für den G20-Gipfel liegen. Sie werden in der Regel in drei Teilabschnitte zerlegt: Normalbetrieb, behinderter Betrieb mit zeitweisen Sperrungen und drittens gar kein Betrieb.

Vor allem die Wege in die Innenstadt sind vom G20-Gipfeltreffen betroffen

Bei der Linie 5 sieht das so aus: Normalbetrieb Burgwedel – Niendorf Markt, dort wenden die Busse dann. Eingeschränkter Betrieb von Niendorf Markt bis zum U-Bahnhof Hoheluftbrücke (kein Aufzug) und teilweise bis zum Bezirksamt. Die folgenden Haltestellen bis zum ZOB werden nicht angefahren.
Linie 22: Blankenese bis Hagenbecks Tierpark normal, weiter bis Kellinghusenstraße eingeschränkt. Linie 23: Niendorf Markt bis Am Licentiatenberg eingeschränkt, ebenfalls Lufthansa-Basis bis Barmbek. Haltestelle Paeplowstieg nur mit Linie 114 erreichbar.

Größter Polizeieinsatz

Der G20-Gipfel ist der größte Einsatz in der Geschichte der Hamburger Polizei. Nach Angaben der Polizei werden mehr als 15 000 Beamte im Einsatz sein – nicht nur um die Sicherheit der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs, sondern auch der 6500 Delegationsmitglieder, 2000 bis 3000 Journalisten und 100 000 erwarteten Demonstranten zu gewährleisten. Auch Beamte der Polizeikommissariate (PK) 23 (Lokstedt) und 24 (Niendorf und Schnelsen) wurden für die unterschiedlichen Einsatzbereiche – von Aufklärung über Information bis Verkehr – eingeteilt.
Wie viele Mitglieder seines Polizeikommissariats am kommenden Wochenende Außendienst schieben, konnte PK 24-Leiter Christian Penack auf Anfrage nicht verraten. Nur soviel: „Die eingesetzten Streifenwagen werden in unseren Stadtteilen nicht reduziert. Es muss sich also niemand Sorgen um seine Sicherheit machen“, so Penack. Er rechnet nicht damit, dass die Auswirkungen des G20-Gipfels in unseren Stadtteilen zu spüren sind. „Hier wird das Leben ganz normal weitergehen.“

Planespotter erwartet

„Wir rechnen aber am Gipfel-Wochenende mit zahlreichen Planespottern, die aus ganz Europa anreisen, um einen Blick auf Regierungsmaschinen wie die Air Force One des US-Präsidenten zu erhaschen“, so Penack. Dies könnte seiner Meinung nach auch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in Niendorf und Umgebung führen, wo es zahlreiche Plätze mit Blick aufs Rollfeld gibt.
Auch der Flughafen Hamburg rechnet mit einem entsprechenden Ansturm, macht aber bereits im Vorfeld darauf aufmerksam, dass es schwierig werden könnte, dem Hobby zu frönen. So sollen die Aussichtsplattformen des Flughafens vom 6. bis 8. Juli ebenso wie das Café Himmelschreiber geschlossen werden.

Auch die Parkhäuser P1, P2 und P5 dürfen dann zum Fotografieren nicht betreten werden. Einzig das „Coffee to Fly“ soll nach jetzigem Stand zu den gewohnten Zeiten geöffnet, aufgrund einer Straßensperrung aber lediglich zu Fuß erreichbar sein. cs/bk

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