Verabschiedung mit Vorstand und Freunden: Am 29. Juni feierte Rudi Rosskopf (vorne Mitte) seinen Abschied aus dem Vorstand Foto: G. Hoffmann/Germania Schnelsen

Nach 50 Jahren sagt Rosskopf „Tschüs“

In „Vereins-Rente“ aber noch nicht im Ruhestand: Ein Ur-Germane tritt in die zweite Reihe

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Als Schiedsrichter kam Rudi Rosskopf zu Germania Schnelsen. Das war 1967. Jetzt, 50 Jahre später, nimmt er Abschied – aber nur von der „ersten Reihe“
Mittendrin statt nur dabei – das könnte das Lebensmotto von Rudi Rosskopf sein. Denn einfach „nur“ mitmachen, das liegt ihm nicht. Und das zeigte sich schon ganz früh: „Ich war gerade ein Jahr bei Germania Schnelsen, da habe ich mich als Beisitzer für den Vorstand vorschlagen lassen“, erinnert sich der ehemalige Verwaltungsbeamte. Er wurde gewählt – der Beginn von fast 50 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit.

Dabei kam er eigentlich als Schiedsrichter zu dem Verein. „Selbst Fußball gespielt habe ich nur in einer Betriebssportgruppe.“ Für den Schnelsener Verein war er dafür ständig im Einsatz. Kein Wunder: „Damals gab es gerade mal zwei, manchmal drei Schiedsrichter. Dabei hätten wir 20 gebrauchen können…“

Und so stand er nicht nur auf dem Platz, er kümmerte sich auch um den Nachwuchs. Mit Erfolg, heute gibt es rund 30 Schiedsrichter bei den Germanen. Für sie ist Rudi Rosskopf ein Vorbild: Immer fair, immer freundlich. Mehr als 1000 Spiele wird er für Germania gepfiffen haben, gelbe und rote Karten waren dabei eine Seltenheit. Es gibt Germanen, die sagen: Die hatte er meistens auch gar nicht dabei…
Und auch im Vorstand wurde Rudi Rosskopf bald immer wichtiger. Fünf Jahre nach seinem Eintritt übernahm er den Vorstand von Schnelsens größtem Verein, führte fünf Jahre die Geschicke. „Dann musste ich aus beruflichen Gründen kürzer treten.“ Denn: „Ein- oder zweimal die Woche für den Vorstand im Verein, dazu am Wochenende auf dem Platz – da blieb nicht viel Zeit.“ Wie gut, dass seine Ehefrau Brigitte (70) selbst Sport liebt – gemeinsam waren die beiden viele Jahre beim Freizeitzentrum Schnelsen aktiv, dass Rudi Rosskopf mit gegründet hatte.

Und auch nach seiner Pensionierung blieb er dem Vorstand treu, seit 2004 als Vorsitzender des Ältesten- und Ehrenrates. Im letzten Jahr ließ er sich noch einmal wählen, den Vorsitz gab er jedoch ab: „Wir haben viele tolle junge Leute“, sagt er. „der Verein ist in guten Händen.“
Am 29. Mai wurde Rudi Rosskopf offiziell vom Vorstand und vielen Freunden verabschiedet. „Du hast dich sehr um Germania verdient gemacht“, hieß es.

Sein Herz schlägt natürlich weiter für Germania. Und ganz hört er auch jetzt, mit 80 Jahren, noch nicht auf: „Ich bin weiter im Ältesten- und Ehrenrat.“ So bleibt er doch für Germania im Einsatz – mit Rat und Tat. ar

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