Die Schüler vom Gymnasium Ohmoor stellten ihre Untersuchungen zum Thema Mietpreise vor Fotos: Grell

Die Mieten steigen immer weiter

Ohmoor-Schüler analysieren seit über 20 Jahren den Mietwohnungsmarkt in Hamburg - mit alarmierenden Ergebnissen

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Schüler des Gymnasiums Ohmoor haben wieder den freien Hamburger Mietwohnungsmarkt im Rahmen des Geographie-Unterrichts analysiert und im Mieterverein ihre Ergebnisse vorgestellt.
Von Februar bis Anfang April dieses Jahres sammelten die Elftklässler über sechstausend Wohnungsinserate aus Online-Börsen, werteten diese aus und verglichen sie mit den Ergebnissen der Vorjahre, um so Erkenntnisse über die aktuelle Mietpreisentwicklung in der Stadt zu gewinnen. Das Gymnasium Ohmoor macht diese Arbeit schon seit über 20 Jahren und verfügt deshalb bereits über eine lückenlose Datenreihe.

Die Beobachtungen der Schüler beziehen sich auf 87 Stadtteile und sechs Randgebiete. Von der bessergestellten Hafencity und dem noblen Blankenese bis hin zu weniger geschätzten Stadtteilen wie Hausbruch oder Steilshoop, haben sich die Gymnasiasten auf unterschiedlichste Stadtteile konzentriert und dabei herausgefunden, dass auch einst unbeliebte Stadtteile aufgrund der Knappheit an Wohnraum, immer mehr in den Fokus der Interessenten geraten.

„Für Hamburg zeichnet sich eine Zunahme der Mietpreisforderungen auf netto 12,68 Euro pro Quadratmeter ab“, so die Schüler aus Niendorf. Das sei ein Plus von 1,8 Prozent und liege auf dem Niveau der allgemeinen Preissteigerungsrate, die das Statistische Bundesamt für März mit einem Plus von 1,6 Prozent angibt.

Siegmund Chychla vom Mieterverein Hamburg spricht von einer alarmierenden Lage in Hamburg

Siegmund Chychla vom Mieterverein Hamburg spricht von einer alarmierenden Lage in HamburgIm Umland verteuerte sich der Wohnraum sogar noch ein wenig mehr und liege aber mit 8,54 Euro pro Quadratmeter nach wie vor weit unter dem Niveau in der Großstadt.
Eine durchschnittliche Wohnung innerhalb der Großstadt koste, laut aktueller Erkenntnisse der Jugendlichen 1062 Euro Kaltmiete, Spitzenreiter waren dabei die HafenCity, Rotherbaum und Harvestehude. Diese Quartiere haben, so Mara und Julia in ihrem Vortrag, einen Quadratmeterpreis bei Neuvermietungen von über 17 Euro.

Deutlich preiswerter gehe es am Stadtrand zu. Farmsen, Rahlstedt oder Schnelsen bieten viele freie Wohnungen für unter 11 Euro an. In 18 weiteren Stadtteilen liege die Miete sogar noch unter 10 Euro.
„Wir fanden im direkten Umland zu Hamburg insgesamt 1973 freie Wohnungen, die im Schnitt ein Drittel günstiger als die innerhalb Hamburgs waren.“ Große Wohnungen ab vier Zimmer sind, laut Studie der Schüler, nach wie vor dünn gesät in der Stadt.

Wie dramatisch der Mietenanstieg bei Neuvermietungen in Hamburg ist, zeigt der Vergleich der von den Schülern im Zeitraum 2006 bis 2017 ermittelten Zahlen. Danach haben sich die Mieten im Untersuchungszeitraum um fast 50 Prozent erhöht. Die Mieten sind somit drei Mal so schnell gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten.

Die finanzielle Mehrbelastung für Mieter sei alarmierend, so Siegmund Chychla, der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg. „Mieter müssen heute rund 4,07 Euro mehr pro Quadratmeter aufbringen als 2006.“

Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung kommen dadurch monatlich Mehrkosten von 300 Euro zusammen. Die politisch Verantwortlichen müssten, seiner Meinung nach, dafür sorgen, dass die Mietpreisbremse nachgebessert werde. kg

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