Viel Spaß Claudia Thompson (Mitte) unternimmt regelmäßig Ausflüge mit ihren Schützlingen Foto: pr

Die Anpackerin

Eine Schnelsenerin leitet die Migrantenhilfe Hamburg

Archiv| Views: 492

Es gibt Menschen, die reden, und es gibt Menschen, die anpacken. Claudia Thompson gehört ganz klar zur zweiten Kategorie. Die Schnelsenerin ist Vorsitzende des Vereins Migrantenhilfe Hamburg – ein Zusammenschluss, der 2014 gegründet wurde, um Asylsuchende in der Hansestadt zu unterstützen und sie in die Gesellschaft zu integrieren.

 

Wie? „Wir übernehmen Patenschaften für einzelne Personen oder ganze Familien, unterstützen bei Behördengängen und Arztbesuchen, helfen bei der Wohnungssuche, unternehmen Ausflüge und geben Deutschunterricht“, zählt Thompson auf. Gut 50 Familien betreut der Verein aktuell in ganz Hamburg, viele von ihnen aus der Unterkunft an der Schnackenburgsallee in Bahrenfeld.

Angefangen hat alles im Jahr 2013: „Als damals immer mehr Flüchtlinge nach Hamburg kamen, habe ich mich direkt als freiwillige Helferin gemeldet“, berichtet Thompson im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Der Kontakt zu einem Mann aus Syrien wurde hergestellt, den sie fortan regelmäßig zum Arzt begleitete und bei Behördengängen unterstützte. „Über diesen Mann lernte ich noch viele weitere Flüchtlinge kennen, die ebenfalls dringend Unterstützung benötigten“, so Thompson weiter. Die Schnelsenerin beschloss daher, das Ganze auf professionelle Beine zu stellen – und gründete mit sechs weiteren Freunden und Bekannten die Migrantenhilfe Hamburg. Fast täglich ist die Mutter von drei Kindern seither im Einsatz für das Ehrenamt. Besonders an den Wochenenden wird sie dabei auch von ihrer ganzen Familie unterstützt. „Wir unternehmen gemeinsam Ausflüge, helfen bei Umzügen – was eben gerade so anfällt“, sagt Thompson. Ihre Kinder im Alter von 21, 18 und 13 Jahren hätten auf diese Art und Weise gelernt, dass Hilfe ankommt und die Menschen über jede Art der Unterstützung dankbar sind – eine unschätzbare Erfahrung.

Thompson selbst ist sich sicher, dass ihr Engagement für die Migrantenhilfe Hamburg ihr Leben bereichert hat. „Ich würde es immer wieder so machen“, sagt sie fest. Denn trotz viel Arbeit und Schwierigkeiten – die schönen Momente überwiegen. Der schönste von ihnen? Da muss Thompson nicht lange überlegen. „Als eine Frau aus Afrika, die ganz allein in Deutschland war, mich gebeten hat, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. Zu diesen beiden habe ich noch heute ein besonders intensives Verhältnis – wir treffen uns regelmäßig.“ cs

Info

Der Verein Migrantenhilfe Hamburg sucht aktuell Wohnungen für die Menschen, die er unterstützt. Wichtig: Die Wohnungen sollten in der Umgebung von Schnelsen, Eidelstedt und Niendorf liegen. „Die entstandenen Beziehungen sind kostbar und ein weiter Anfahrtsweg ist für eine Betreuung nicht leistbar“, so Vereinsvorsitzende Claudia Thompson. Sie ist am besten per Email an c.thompson@migrantenhilfehamburg.org erreichbar.

Comments are closed.