Wohnungen gesucht

Flüchtlings-Unterkünfte in Niendorf und Lokstedt schließen

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Ende August wird die Flüchtlingsunterkunft Paul-Sorge-Straße auf dem Park and Ride Platz abgebaut, zum Jahresende läuft der Mietvertrag für die Wohnungen im Grandweg aus.

Die Bewohner möchten in den Stadtteilen bleiben. Die Kinder haben in den Kitas und Schulen Freunde gefunden, ihre Eltern haben über die zahlreichen Angebote der ehrenamtlichen Unterstützer in Niendorf und Lokstedt erste Wurzeln geschlagen. Sie möchten deshalb in der gewohnten Umgebung bleiben, wenn zum 30. August die 90 Plätze in den Wohncontainern in der Paul-Sorge-Straße geschlossen werden (das Wochenblatt be- richtete) und Ende des Jahres die Mietverträge für 228 Plätze in den Folgeunterkünften Grandweg und An der Lohbek auslaufen. Nach Protesten von Niendorfer Unterstützern konnte die Schließung der Unterkunft Paul-Sorge-Straße von April auf August verschoben werden, damit die Kinder zumindest noch das Schuljahr beenden können. In Lokstedt, wo neben 50 Alleinstehenden auch 50 vorwiegend syrische und afghanische Familien mit 114 Kindern leben, verhandelt der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) derzeit über eine Verlängerung der Mietverträge mit dem Eigentümer: „Die Bewohner haben sich in Lokstedt gut integriert. Dieser Prozess sollte möglichst nicht unterbrochen werden, deshalb bemühen wir uns, trotz des schlechten baulichen Zustandes einiger der Wohnungen, eine Verlängerung des Mietvertrages zu erreichen“, so ZKF-Sprecherin Kerstin Graupner. Sollte dies nicht gelingen, würde darauf geachtet, Wohnmöglichkeiten im Umfeld zu finden: „Im Frühjahr 2018 wird eine neue Unterkunft im Hagendeel entstehen. 540 Plätze stehen dort dann zur Verfügung. Möglicherweise lässt sich dort eine integrationsfreundliche Lösung für die Bewohner der Unterkunft am Grandweg finden“, hofft Graupner.
Dramatische Situation
Besonders dringend ist das Wohnungsgesuch einer dreiköpfigen Flüchtlingsfamilie aus Lokstedt. Die 14-jährige Tochter ist schwerstbehindert und liegt im Wachkoma, der Vater ist herzkrank und hat nur noch eine Niere. Die Familie lebt zu dritt in einem Zimmer, der Vater kann
den Rollstuhl der Tochter nur mühsam die Treppe ins Hochparterre hinauf und hinunter tragen. Die Familie wünscht sich sehnlich eine größere Wohnung möglichst in UKE-Nähe. mf

Vermieterinfo
Wer in Lokstedt Wohnungen für zwei bis maximal zehn Personen vermieten möchte, kann eine E-Mail schreiben an die Koordinatorin der Lokstedter Ehrenamtlichen: susannekostorz@web.de.
Wohnungs- und Zimmerangebote in Niendorf können an Fluechtlingsarbeit-begleitung@ kirche-in-niendorf.de geschickt werden.
Vermieter, die Geflüchteten eine Wohnung anbieten möchten, finden Beratung und Begleitung bei der Wohnbrücke Hamburg. Angebote können direkt auf www.wohnbrücke.de eingestellt werden. Infos: Tel. 466 551 433 oder stiftung@wohnbrücke.de. Infos für Vermieter gibt die Initiative Wir für Niendorf auch im Kirchenzelt auf dem Tibarg Fest.

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