Schnellstraße für Radfahrer

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Hamburg soll sich zu einer Fahrradstadt entwickeln – das ist das Ziel der Vereinbarung über das Bündnis für Radverkehr, das im vergangenen Jahr von der rot-grünen Koalition unterzeichnet wurde. Wichtigste Maßnahme: Der Ausbau von 14 Fahrradschnellstraßen, den sogenannten Velorouten. Eine davon, die Veloroute 3, führt auf 12,9 Kilometern vom Rathausmarkt in der Innenstadt bis zum U-Bahnhof Niendorf-Nord.

Bis zum Sommer 2018 soll jetzt ein wichtiges Teilstück der Veloroute 3 Gestalt annehmen: Auf 1200 Metern, zwischen Troplowitzstraße und Grandweg, entspricht die Lokstedter Stresemannallee nicht mehr den heutigen Anforderungen und wird daher aufwändig umgebaut. Der Abschnitt zwischen Troplowitzstraße und Heussweg, der als eigentlicher Knackpunkt gilt, wird dabei vorerst nicht angefasst. Der Grund: Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes des Bezirksamts Eimsbüttel und das zuständige Ingenieursbüro wfw nord consult wollen zunächst abwarten, wie sich der Verkehrsfluss durch die Umbaumaßnahmen der dort angesiedelten Großunternehmen Beiersdorf und NXP verändert.

Der Ist-Zustand

Straßenschäden, Unebenheiten auf dem Gehweg und vor allem der Radweg aber bedürfen nach Ansicht der Planer dringend einer Veränderung. Letzterer verläuft aktuell auf der Ostseite und wird in beide Richtungen befahren. Mit einer Breite von 2,40 Metern ist er dafür aber deutlich zu schmal. Fahrradfahrer dürfen daher bereits heute die Fahrbahn benutzen – allerdings ist für sie keine sichere Infrastruktur vorhanden. Das soll sich nun ändern.

Die Planungen

Alle Fahrbahnen werden neu asphaltiert, die Gehwege saniert und zum Teil verbreitert. Die heutigen Parkplätze bleiben weitestgehend erhalten – 172 von 186 – werden aber neu befestigt. Von insgesamt 131 Bäumen werden im Zuge der Maßnahme sechs gefällt. Der bestehende Radweg wird zurückgebaut. Fahrradfahrer werden zukünftig, entsprechend dem heutigen Anforderungsstandard, auf beiden Seiten der Fahrbahn über einen sogenannten Schutzstreifen geführt. Diese enden im Norden hinter der Einmündung des Lohkoppelwegs. In der dortigen Tempo-30-Zone können Radfahrer aufgrund der geringen zugelassenen Höchstgeschwindigkeit und der geringen Verkehrsbelastung nach Angaben der Planer bedenkenlos im Mischverkehr fahren. Wo Stresemannstraße, Grandweg und Behrkampsweg zusammentreffen soll außerdem ein Kreisverkehr entstehen, der für eine Entschleunigung des Verkehrs sorgen soll und so allen Verkehrsteilnehmern aber vor allem auch den Anwohnern zugute kommen soll.

Die Kritik

Bei der öffentlichen Vorstellung der Planungen in der Grundschule Döhrnstraße vergangene Woche wurde schnell deutlich: Viele Anwohner sind von dem geplanten Umbau der Stresemannallee wenig begeistert. Besonders von Seiten der Radfahrer hagelte es Kritik an den sogenannten Schutzstreifen, die im Laufe der Veranstaltung immer wieder als „Unsicherheitstreifen“ betitelt wurden. Dahinter steckt die Angst der Radler, dem Auto- und Schwerlastverkehr, der durchaus auf der Stresemannallee regelmäßig unterwegs ist, schutzlos ausgeliefert zu sein. Besonders für Kinder und Mütter mit Kindern in Fahrradanhängern wird die neue Situation als brandgefährlich eingeschätzt. cs

Anno dazumal Der Radweg in der Stresemannallee entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Infrastruktur Foto: cs

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