Schüler der Produktionsschule Eimsbüttel arbeiten an der um 1900 errichteten Villa

Happy End für die Mutzenbecher Villa

Bis 2020 wird der ehemalige Landsitz denkmalgerecht saniert

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Am 11. Mai wurde in der Mutzenbecher Villa offiziell der Startschuss zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes gegeben.

 

Vier Jahre lang hatte der Verein „Werte erleben“ dafür gekämpft. Bis 2020 wird der mehr als hundert Jahre alte, ehemalige Landsitz von Hermann Franz Matthias Mutzenbecher, einst Generaldirektor des Versicherungskonzerns Albingia, vom Verein nun denkmalgerecht saniert.
Langwieriger Prozess
Als Bildungs- und Begegnungsstätte sollen in der Villa, die seit 2007 unter Denkmalschutz steht, Menschen zusammenkommen und einen Ort zum außerschulischen Lernen vorfinden. Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien, freute sich über das „Happy End“ für die langen, teils schwierigen Planungen (das Wochenblatt berichtete). „Es lohnt sich, einen langen Atem zu haben“, bilanziert Schiedek. „Die Mutzenbecher Villa ist ein typisches Beispiel für die gründerzeitliche Architektur und ein historisches Zeugnis für die Entwicklung Niendorfs.“ Mit 200 000 Euro unterstützt das Denkmalschutzamt die Sanierung. Andreas Reichel, zweiter Vorsitzender des Vereins „Werte erleben“, dankte ausdrücklich der Politik für ihren „Rückhalt auf allen Ebenen“ sowie dem Geschichtsverein „Forum Kollau“, der in der Mutzenbecher Villa eine Heimat finden solle. „Wir retten nicht nur ein wertvolles Denkmal, sondern wir initiieren zugleich ein beispielhaftes Projekt zur Ausbildung am Bau. Auch jugendliche Migranten haben hier die Chance, sich zu qualifizieren und zu integrieren.“ Ein wichtiger Kooperationspartner ist neben der Stadtteilschule Niendorf, dem Gymnasium Bondenwald und vier berufsbildenden Schulen die Produktionsschule Eimsbüttel, deren Schüler bereits vorsichtig den Bewuchs an der Fassade der Villa entfernen. „Diese Kombination aus Denkmalschutz und Ausbildung soll ein Modellprojekt für Deutschland und Europa werden“, wünscht sich Gerd Knop, erster Vorsitzender von „Werte erleben“.

Ort der Begegnung
Mitten im Gehege gelegen, bieten sich in der Villa Projekte zum Thema Wald- und Forstwirtschaft an. Aber auch Kultur, Bildung und Kunst sollen hier eine wichtige Rolle spielen.
Das Haus steht allen Niendorfer Vereinen offen, von denen einige, wie das „Forum Kollau“, hier künftig ihr Zentrum haben sollen. Im ersten Stock entsteht eine Schreibstube für Schreibprojekte und der Schauspieler Yannick Reimers wird sein Impro-Theater Hamburg hier ansiedeln.
Über 30 Jahre läuft der Mietvertag, den der Trägerverein und die SAGA, die das Gebäude für die Stadt Hamburg verwaltet, im Dezember 2016 abgeschlossen haben.   mf

 

Historisches Landhaus mitten im Wald

 

• 1900 Hermann  Franz  Matthias Mutzenbecher erwirbt den  Besitz des englischen  Fabrikanten Wünsch am südlichen Gehege-Rand

• 1908 bis 1910 Errichtung des Landhauses durch Architekt Erich Elingius

• 1912 Mutzenbecher erwirbt den zusätzlich ehemals herrschaftlichen Waldbesitz von  der Forstverwaltung, Verlobungshaus (Bondenwald 108) und Pförtnerhaus komplettieren den Sommersitz

• bis 1925 Ausbau des Parks

• 1955 Verkauf des 68 Hektar großen Besitzes an die Stadt Hamburg

• seit 2000 Leerstand (bis auf den nordwestlichen Teil des Erdgeschosses)

• 2007 Unterschutzstellung als Denkmal

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