Zeit des Gedenkens

Schnelsen erinnert an die ermordeten Kinder vom Bullenhuser Damm

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„Ich wünschte Du wärest älter geworden“, „Ich hätte mir ein Leben in Freiheit für Dich gewünscht“, „Wir trauern um Dich“ – es waren wieder bewegende Worte, die die Viertklässler der Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp für die ermordeten Kinder vom Bullenhuser Damm gefunden haben.

 

72 Jahre ist es her, dass ein Arzt des Konzentrationslagers Neuengamme  20 jüdische Kinder als Versuchsobjekte für grausame, medizinische Experimente missbrauchte, bevor sie in der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 von SS-Männern im Keller der Schule am Bullenhuser Damm erhängt wurden. Im Schnelsener Quartier Burgwedel erinnern nicht nur zahlreiche Straßen an das grausame Kriegsverbrechen, sondern alljährlich auch eine Gedenkfeier auf dem Roman- Zeller-Platz, an der sich stets die Viertklässler der Schnelsener Grundschulen mit einem besonderen Beitrag beteiligen. Mit Briefen und Plakaten gedachten sie der ermordeten Jungen und Mädchen, legten an der „Klagemauer“ Steine und Blumen nieder.

„Die Geschichte ist eigentlich kaum auszuhalten, aber Ihr Kinder habt Euch damit auseinandergesetzt“, betonte Gemeindepädagogin Marion Voigtländer. „Für Euch sind Marek James, Walter Jungleib, Lelka Birnbaum und all die anderen nun nicht mehr nur Straßennamen, sondern Personen, die Ihr kennt. Und: Ihr wollt Euch dafür einsetzen, dass so ein Unrecht nie wieder passiert.“

Auch dieses Mal waren wieder einige Verwandte und Angehörigem der ermordeten Kinder vom Bullenhuser Damm angereist. Besonderer Moment: Auf Wunsch der Viertklässler bat Voigtländer die teils von weither angereisten Gäste nach vorn, wo sie sich auf Englisch mit den Kinder bekannt machten. cs

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