Massiv statt Container

Vorstellung der Planungen für Bauvorhaben Holsteiner Chaussee 389

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Wenn es um das Bebauungsplanverfahren „Schnelsen 88“ geht, wird es emotional. So auch während der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses, wo das Thema einmal mehr auf der Tagesordnung stand.

Konkret ging es um die Vorstellung der Planungen für das Grundstück an der Holsteiner Chaussee 389, im Volksmund besser als Dreiecksfläche bekannt. Wie bereits mehrfach berichtet, sollen dort 168 Plätze für die öffentlich-rechtliche Unterbringung geschaffen werden. Der Mietvertrag zwischen dem städtischen Betreiber „fördern und wohnen“ und dem Grundstückseigentümer ist bereits bis 2019 abgeschlossen. Zudem wurde eine zweimalige Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr vereinbart. Auch das ist bekannt: Der neue Standort soll überwiegend den Bewohnern – Wohnungslose und Flüchtlinge – der bestehenden Unterkunft Holsteiner Chaussee 397 zur Verfügung stehen. Denn dort entstehen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „Schnelsen 88“ feste Wohnungen für beide Gruppen.

Doch Anja Quast vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) hatte auch einige Neuigkeiten im Gepäck. So habe es zuletzt, ähnlich wie vor ein paar Monaten bei der Unterkunft an der Kollaustraße in Lokstedt, Probleme mit dem Lärmschutz gegeben. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, statt der vorgesehenen Container in Massivbauweise zu bauen“, berichtete Quast. Dies sei deutlich günstiger als großformatige Lärmschutzwände zur AKN-Trasse sowie zur Holsteiner Chaussee zu installieren.

Vom Aufbau her wird die neue Wohnanlage mit sieben zweigeschossigen Häusern den- noch einem Containerdorf ähneln. Quast: „Der gesamte Bauantrag war auf ein Containerdorf ausgerichtet. Wenn wir das alles noch einmal geändert hätten, hätte sich das Vorhaben noch weiter verzögert.“ Ursprünglich war der erste Spatenstich für das erste Quartal 2017 geplant, nun soll es losgehen, sobald die Baugenehmigung vorliegt. „2021 werden die Gebäude dann zurückgebaut und das Grundstück geht wieder an den privaten Eigentümer, der dort im Anschluss Wohnungen errichten möchten“, schloss Quast ihren Vortrag.

„Der ganze Aufwand für gerade einmal drei Jahre?“, das konnten die anwesenden Bürger kaum glauben. Sie befürchten nach wie vor eine Ausweitung der Unter- bringung von Flüchtlingen und Obdachlosen durch die sprichwörtliche Hintertür.  cs

 

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