Die neue Straße am Wohnungsbauprojekt Süderfeld Park soll nun Heinrich-Kock-Weg heißen Foto: cs

Heinrich Kock wird neuer Namensgeber

Straße in Lokstedt wird nun doch nicht nach Fiet Evers benannt

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Die neue Straße in Lokstedt wird nun doch nicht Fiet-Evers-Weg heißen. Der Grund: Das Hamburger Staatsarchiv hat dem Namensgeber eine Mitgliedschaft in der nationalsozialistischen Partei NSDAP nachgewiesen. Neuer Namensgeber ist der ehemalige Lokstedter Ehrenwehrführer Heinrich Kock.

 

Wie bereits mehrfach berichtet, hatte das Bezirksamt Eimsbüttel im Auftrag des Regionalausschusses Lokstedt nach einem Namen für die neue Straße rund um das Wohnungsbauprojekt Süderfeld Park gesucht. Wochenblatt-Leser durften sich mit Ideen beteiligen. Der Regionalausschuss stimmte in einer Sitzung über die eingegangenen Vorschläge ab – und folgte einstimmig dem Vorschlag der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt sowie der Empfehlung des Geschichtsvereins Forum Kollau, die neue Straße nach dem ehemaligen Lokstedter Feuerwehrhauptmann Fiet Evers zu benennen.

Die Überprüfung durch das Hamburger Staatsarchiv schien da eigentlich nur noch reine Formsache. Eigentlich. Denn Mitarbeiter stießen in einem nur ihnen zugänglichen Archiv auf Dokumente, die belegen, dass Evers zur Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der NSDAP war.

„Das ist selbstverständlich ein nachvollziehbarer Ausschlussgrund für eine Benennung“, sagt der Regionalbeauftragte des Bezirks Eimsbüttel, Dr. Michael Freitag, im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Nichtsdestoweniger hätten Verwaltung und Regionalausschuss an der Absicht festhalten wollen, die    ehrenamtliche Leistung der Lokstedter Kameraden zu würdigen. „Wir haben daher die Feuerwehr um Alternativvorschläge gebeten und diese direkt vom Staatsarchiv prüfen lassen“, so Freitag weiter.

Einstimmig

Der Regionalausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung nahezu einstimmig, mit einer Enthaltung, dafür entschieden, die neue Straße Heinrich-Kock-Weg zu nennen. Die Bezirksversammlung muss in ihrer Sitzung am Donnerstag, 30. März, noch zustimmen.

Ehrenwehrführer

Heinrich Kock (1904-1990) trat der Lokstedter Feuerwehr am 17. April 1927 bei und „führte diese nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu einer vorbildlichen Feuerwehr“, heißt es in der Begründung. Von März 1946 bis März 1948 war Kock stellvertretender Wehrführer und danach bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst im Jahre1964 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt. 1961 wurde er  mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz zweiter Stufe vom Deutschen Feuerwehrverband in Würdigung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens ausgezeichnet. Anlässlich seines 70. Geburtstags im Jahr 1974 ernannten seine Kameraden ihn außerdem zum Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt. cs

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