Das Wochenblatt wächst

40 Jahre Niendorfer Wochenblatt – Die 80er: Aufbruchsstimmung mit Vokuhila und Schulterpolster

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Es ist das Jahrzehnt der neuen Deutschen Welle, der Schulterpolster, von Tennis und Vokuhilas. Die CD beginnt die Cassette abzulösen und am Ende fällt sogar die Innerdeutsche Grenze. Die 80er Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs und des Ausprobierens. „Ich geb Gas, ich will Spaß“ – der Hit von Nena und Markus brachte es damals auf den Punkt.

 

Und auch beim Niendorfer Wochenblatt herrscht weiterhin geschäftige Aufbruchsstimmung. Drei Jahre ist das Blatt am Markt und wächst. Die Stadtteile wachsen ebenfalls: Im Niendorfer Norden entsteht ein ganz neues Wohnquartier, die U-Bahn gräbt sich von Hagenbecks Tierpark zum Niendorfer Marktplatz.

Mit zunehmender Bevölkerung wuchs auch der Einzelhandel, zumeist mit vielen kleinen und großen Fachgeschäften. In Niendorf formiert sich weiter erfolgreich die Arbeitsgemeinschaft Tibarg, in Schnelsen klopft das „Herz von Schnelsen“ kräftig. In Niendorf Nord werben die „Igel“ und die „Kiebitze“ und auch am Siemersplatz gibt es noch viele individuelle Geschäfte. Junge Frauen (!) machen sich mit Modeläden selbständig, der Autohandel boomt in Vielfalt, neue Restaurants eröffnen, Friseure, Raumausstatter und die ersten Supermärkte.

„1985 hatten wir über 1000 Seiten gedruckt und eine Auflage von durchschnittlich 42 000 Exemplaren“, erinnert sich Wochenblatt- Chefin   Ingelor Schmidt. 1990 waren es 1500 Seiten und wir druckten 3000 Exemplare mehr.“

Die Redaktion braucht jetzt dringend Verstärkung bei all den wichtigen Ereignissen und Themen, die es gilt zu veröffentlichen. Heidi Kleeblatt und Astrid Schulze erhalten Unterstützung durch junge, wechselnde „Springer“, die sich hier ihre ersten journalistischen Sporen verdienen. Sigrid Gutmann wechselt in die Anzeigenberatung.

Starkes Team Auf neun Mitarbeiterinnen, zwei Mitarbeiter und Redaktionshund Felix ist das Wochenblatt Team bis Ende 1989 angewachsen Foto: nw

1983 zieht das Niendorfer Wochenblatt vom Tibarg 26 zwei Türen weiter in die Dreizimmerwohnung der Familie von Appen im Tibarg 30. Hier ist die Lokalzeitung auch heute noch zuhause. Der Glasanbau zum Busbahnhof entstand 1990, mehr Platz war dringend nötig.

„Die 80er Jahre waren ein aufregendes Jahrzehnt“, erinnert sich Redakteurin Astrid Schulze, die über 30 Jahre lang die Geschehnisse im Stadtteil mit Stift und Kamera für das Wochenblatt dokumentierte. Einer der größten Höhepunkte: die Einweihung der U-Bahnstation Niendorf Markt 1985. „Es war unfassbar, was da los war. Dicht an dicht drängten sich die Menschen auf dem Tibarg. So viel Trubel hatte es hier noch nie gegeben!“.

Auch zu Ende gegangen sind die 80er turbulent. Bereits vor der Grenzöffnung kommen DDR- Flüchtlinge über die ungarische Grenze in den Westen. 300 von ihnen finden vorübergehend auf dem Campingplatz am Wunderbrunnen in Schnelsen eine erste Bleibe. Denn der wird vorübergehend zum Auffanglager umfunktioniert. si

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