Kämpferisch Jacqueline Henze will den Wochenmarkt in Burgwedel unbedingt retten Foto: cs

Aus für Wochenmarkt?

Burgwedel: Erst war der Strom weg, jetzt sind es zu wenig Stände

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Der Wochenmarkt in Burgwedel steht vor dem Aus. Erst wurde den Marktbeschickern der Strom gekappt, nun gibt es eine Auflage vom Bezirksamt: Weitere Stände müssen her – dringend.

 

„Na, mein Schatz, was darf es denn heute bei dir sein?“ Jacqueline Henze begrüßt die Kundin wie eine alte Freundin. Kein Wunder: Seit vielen Jahren hält die alte Dame dem Marktstand des Fischhauses Rellingen auf dem Burgwedeler Roman-Zeller-Platz die Treue. Sie kommt jeden Donnerstag, um sich eine Portion Stremellachs oder Heilbutt für die Woche zu kaufen. „Das hier, das ist Familie“, sagt Fischfrau Henze.

Seit neun Jahren kommt sie nach Burgwedel, um auf dem Wochenmarkt ihre Fischwaren anzubieten. Doch beinahe wäre damit nun Schluss gewesen. „Vergangenen Donnerstag hab ich mich bereits von meinen Kunden verabschiedet“, berichtet Henze.

Der Grund: Der Strom für den Markt wird über einen Verteilerkasten von einem Privatgebäude in der Walter-Jungleib-Straße in der Nähe des Marktes bezogen. Doch der Hauseigentümer, eine Wohnungsgesellschaft aus dem nordrhein-westfälischen Essen, hatte den Strom von einem auf den anderen Tag gekappt. Der kleine Burgwedeler Wochenmarkt stand daraufhin vor dem Aus. Und nicht nur er. Auch das beliebte Stadtteilfest war in Gefahr. „Kinderkarussells beispielsweise können natürlich ebenfalls nicht ohne Strom betrieben werden“, betont der langjährige Mit-Organisator Jürgen Weltz. Doch jetzt läuft der Strom wieder. „Dank des Bezirksamts, das sich sehr für uns eingesetzt und mit der Wohnungsgesellschaft verhandelt hat“, berichtet Henze froh.

Aus der Gefahrenzone ist der Wochenmarkt deshalb aber noch lange nicht. Denn das Bezirksamt hat den Marktbeschickern des Wochenmarkts in Burgwedel, neben dem Fischhaus Rellingen sind dies derzeit noch ein Quarkbällchen-Stand sowie ein Stand mit mediterranen Spezialitäten, eine Auflage mit auf den Weg gegeben: Mindestens drei weitere Stände müssen künftig ihre Waren auf dem Roman-Zeller-Platz verkaufen, damit die Voraussetzung für einen regulären Hamburger Wochenmarkt gegeben sind. „Wenn wir es nicht schaffen weitere Verkaufsstände zu gewinnen, ist im Mai dieses Jahres endgültig Schluss“, sagt Henze betrübt. Aufgeben kommt für die quirlige Verkäuferin dennoch nicht in Frage: „Ich mache schon ordentlich Werbung. Denn unser Markt in Burgwedel ist schon etwas ganz Besonderes. Das wollen weder wir Marktbeschicker noch unsere Kunden verlieren.“ cs

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