Amsinck-Villa wird Kita

Ab 1. August sollen Kinder in den dann frisch sanierten Landsitz einziehen

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Mehr als 20 Jahre stand die prächtige Villa im Lokstedter Amsinckpark leer, dann verzögerte sich die geplante Nutzung als Kita um zwei Jahre. Nun steht der Eröffnungstermin endlich fest.

 

Ab 1. August soll der neoklassizistische Bau, der nach Plänen des Rathaus-Architekten Martin Haller als Sommerresidenz für Wilhelm Amsinck entstand, seine Türen endlich für die Kita der Rudolf-Ballin-Stiftung öffnen. „Starker Schwammbefall und Brandschutzauflagen sind für den Stau bei Umbau und Renovierung verantwortlich“, erklärt Architekt Sönke Prell. Auch Streitigkeiten über die Finanzierung zwischen dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und der SAGA hatten den Prozess aufgehalten. Nun freut sich Prell zusammen mit Harald Clemens, geschäftsführender Vorstand der Rudolf-Ballin-Stiftung, dass bald bis zu 90 Kinder vom Krippen- bis zum Elementaralter einziehen können. Als die Villa 2011 von der Stadt verkauft werden sollte, bewarb sich Clemens um die Nutzung als Kita: „Auch den Landschaftspark werden wir unter naturnahen und Bewegungs-Aspekten einbeziehen.“ Die Herrichtung des Baudenkmals für Kinder stellte Stiftung und Architekten vor Herausforderungen, die immer wieder Kompromisse erforderten. Wie etwa den Einbau eines weiteren Treppenhauses als Fluchtweg. „Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt ist aber vorbildlich“, lobt Clemens. Im Obergeschoss möchte Prell die Original-Schablonen an der Wand erhalten: „Kinder können dann auch mit Schablonen malen“, regt der Architekt an.

Kinderparadies im Park

Erbaut wurde die Villa 1868 bis 1870 als Landsitz für Wilhelm Amsinck (1821 – 1909). Der Hamburger Kaufmann und Mitbegründer der Vereinsbank hatte selbst 12 Kinder. „Im Park hat Amsinck Beete für die Kinder angelegt“, erzählt Prell und beschreibt das Areal um die Villa, das ab August zu der insgesamt 630 Quadratmeter großen Nutzfläche gehört. Am Tag des offenen Denkmals am 9. September kann die Öffentlichkeit die frisch restaurierte Villa besichtigen. Darüber hinaus „kann der große Gesellschaftssaal in den Randzeiten für Veranstaltungen genutzt werden“, verspricht Harald Clemens.

Leitung gesucht

Die Rudolf-Ballin-Stiftung hat für 25 Jahre einen Mietvertrag mit der Eigentümerin SAGA GWG geschlossen, die Umbaukosten liegen laut Finanzbehörde bei drei Millionen Euro. Die Stiftung sucht eine Leiterin sowie pädagogische Fachkräfte für die neue Kita.  Informationen für Bewerber und Eltern auf www.rudolf-ballin-stiftung.de. mf

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