Für ein prima Klima

Dreijähriges Forschungsprojekt wurde jetzt in Lokstedt gestartet

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Klimaschutz geht alle an. Doch wie lässt er sich am besten in den Alltag einbauen? Dieser Frage geht jetzt ein Forschungsprojekt nach und macht Lokstedt damit zum Vorreiter Hamburgs.

 

Mittwoch, 19 Uhr: Die Aula der Grundschule Döhrnstraße ist komplett gefüllt. Mehr als 70 Interessierte Lokstedter sind gekommen – zum Startschuss für ein einzigartiges Projekt. Thema: Klimaschutz!

Drei Jahre lang wird jetzt geforscht. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie man Klimaschutz in den Alltag bringen kann. Beteiligt sind die Universität Hamburg, die Hafencity Universität, die Umweltbehörde und der Bezirk Eimsbüttel, finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – mehr als eine Million Euro werden investiert. „Wir sind stolz, denn solche Projekte zieht man nicht so häufig an Land“, sagt Bezirksamtsleiter Kay Gätgens. Das Besondere: Neben einer Expertenrunde sollen auch die Lokstedter beteiligt werden. „Wir wollen zu ihnen kommen – das ist ein neuer Ansatz“, so Kay Gätgens.

Was genau dahinter steckt, erklärt Prof. Dr. Anita Engels von der Uni Hamburg: „Es gibt Haushaltsbefragungen, die Bürger können sich online beteiligen und wir führen Diskussionsrunden im Stadtteil, zum Beispiel auf Wochenmärkten oder in Parks.“ So hoffen die Forscher, Antworten darauf zu finden, „was die Bedürfnisse, Erwartungen und Prioritäten der Bewohner sind“, so Prof. Engels.

  „Mit diesem Projekt wird Lokstedt Maßstäbe für ganz Hamburg setzen“, schwärmt Umwelt-Staatsrat Michael Pollmann. Er gibt zu: „Wir müssen uns beim Klimaschutz auch selbstkritisch an die eigene Nase fassen.“ Und geht gleich mit guten Beispiel voran: „Ich bin gerade mit dem Dienstwagen hierhergekommen. Besser wäre der öffentliche Nahverkehr gewesen…“ Doch warum ausgerechnet Lokstedt? „Wir haben gute Erfahrungen mit den engagierten Lokstedtern gemacht“, sagt Jan Philipp Stephan von der Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk. Die engagierten Lokstedter wollen es dafür auch genau wissen. Dass bei 28 000 Einwohnern nur 30 Haushalte befragt werden, erstaunt gleich mehrere Anwesende. „Fürs gute Klima brauchen wir unsere Grünflächen, die nach und nach verschwinden. Die Politik muss da auch mitmachen und nicht nur den moralischen Finger heben“, wirft eine Lokstedterin ein. Einig sind sie sich trotzdem: „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Denn Klimaschutz geht uns alle an“, sagt Helena Peltona- Gassmann vom Bürgerhaus Lokstedt. ar

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