Notfalltrainer Julian Tejeda macht aus Schülern kleine Experten.

Erste Hilfe schon in der ersten Klasse

Verein „Ich kann Leben retten!“ setzt auf frühes, einfaches Notfalltraining

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In der Schnelsener Grundschule Röthmoorweg können die Jüngsten jetzt das, was eigentlich jeder können sollte: Erste Hilfe leisten. Notfalltrainer Julian Tejeda reckt erst einen, dann den anderen und dann beide Daumen in die Höhe. So will er erreichen, dass sich die Kinder die Notrufnummer besonders gut merken können: „Eins, eins, zwei – gebührenfrei!“

 

Immer wenn er Freiwillige sucht, schnellen alle Zeigefinger sofort nach oben. Dass jemand nicht einschreitet, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, können die Grundschüler nicht verstehen. Manche werden sogar richtig wütend.

Tejeda erklärt ihnen, wie lange es dauert, bis ein Krankenwagen kommt (mindestens acht Minuten) und bis ein Gehirn, das nicht mit Sauerstoff versorgt wird, Schaden nimmt (drei bis vier Minuten). In der Zwischenzeit sind Ersthelfer gefragt.

Die kleinen Ersthelfer sind hoch konzentriert bei der Sache. Fotos: kk

Die Klasse 1b weiß nach ihrem einstündigen Kurs nicht nur, wie man Hilfe ruft. Die Kinder üben dabei auch, wie man Kopf und Unterkiefer vorsichtig nach hinten überstrecken kann, um die Atemwege einer bewusstlosen Person zu befreien.

Mithilfe von Puppen wird außerdem die stabile Seitenlage trainiert. Nur als Julian Tejeda zur Mund-zu-Mund-Beatmung kommt, hat er es plötzlich mit kichernden Zuschauern zu tun.

Fast genauso wichtig wie die eigene Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs ist aber auch, dass die Kinder ihr neu gewonnenes Wissen weitergeben: Es ist ganz einfach zu helfen, man muss nur anfangen – und das geht auch schon ganz früh. kk

 

Der Verein

 

„Ich kann Leben retten“ wurde von Dr. Martin Buchholz gegründet, nachdem er selbst in einer Notfallsituation war. Mit Unterstützung der Krankenkasse BKK-VBU ist es Ziel des Vereins, möglichst früh und flächendeckend Ersthelfer zu schulen. Damit das Notfallwissen anschaulich präsentiert wird, arbeiten Schauspieler als Notfalltrainer.

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