30 Jahre alt Das Lycée Français de Hambourg „Antoine de Saint-Exupéry“ ist im September 1987 in Lokstedt durch die Fusion von zwei Schulen entstanden Foto: moe

Lokstedt verliert das Lycée

Französische Kita und Grundschule können aber wohl bleiben

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Die Aufregung war groß, als im Herbst bekannt wurde, dass die französische Privatschule Lycée Français de Hambourg „Antoine de Saint-Exupéry“ (LFH) Lokstedt verlassen und in einem neuen deutsch-französischen Gymnasium in Altona aufgehen soll. Nun zeichnet sich aber ab, dass zumindest Grundschule und Kita bleiben könnten.

 

„Die Eltern, die Pädagogen, unser Vereinsvorstand und Vertreter Frankreichs sind mit der Hamburger Schulbehörde im Austausch“, so Antoinette Zornig, erste Vorsitzende des schulischen Trägervereins. Es gibt verschiedene Arbeitsgruppen, in denen der Umgestaltungsprozess vorbereitet wird. „Aktuell tendieren die Überlegungen in die Richtung, dass unsere Kita und die Grundschule in Lokstedt bleiben. Das begrüßen wir sehr“, so Zornig und weiter: „Dass die weiterführenden Klassen in das Gymnasium übergehen, sehe ich als positiven Schritt, denn räumlich stoßen wir langsam an unsere Grenzen.“

Zum Schuljahr 2020/21 soll das von Frankreich und Hamburg kooperativ geführte staatliche Gymnasium Struenseestraße mit bilingualem Profil und internationaler Ausrichtung fertiggestellt sein. Die Planungen sehen vor, dass es auch weiterhin für französischsprachige Schüler, die nur kurzfristig in Hamburg wohnen, möglich sein wird, dort ein französisches Baccalauréat zu erwerben.

Laut Zornig gibt es Überlegungen, die derzeit in Lokstedt beschulten Kinder und Jugendlichen nicht sofort nach Altona umzusiedeln, sondern einen fließenden Übergang zu gestalten. „Ich habe mit der Hamburger Schulbehörde bisher gute Erfahrungen gemacht und bin sehr optimistisch, dass unsere Ängste und Sorgen ernst genommen werden“, sagt sie. Denn die Unsicherheit bei den Mitarbeitern und den Eltern sei groß – auch hinsichtlich eines möglichen Qualitätsverlustes bei den Lehrinhalten. Für alle Beteiligten sei es ein sehr komplexer Prozess. „Es geht um Unterrichtsgestaltung und –stoff, die Art der Schulabschlüsse und die Bezahlung der Pädagogen. Da besteht enorm viel Gesprächs- und Klärungsbedarf“, stellt die Vereinsvorsitzende klar. Froh sei sie, dass die 33 französischen Lehrkräfte am neuen Gymnasium wohl eine berufliche Zukunft haben werden. „Aber es gibt auch nicht verbeamtete Angestellte, deren Perspektive schnellstmöglich geklärt werden muss!“

Antoinette Zornig hat momentan einen Sohn in der elften Klasse auf der Schule. „Ich bin siebenfache Mutter und seit 26 Jahren mit der Schule verbunden“, erklärt sie. „Mit dem neuen Gymnasium können wir die Weichen für ein Schulkonzept stellen, welches das Beste aus dem französischen und dem deutschen Schulsystem miteinander verbindet.“ moe

 

Das Lycée stellt sich vor

 

Am Sonnabend, 25. Februar, lädt die französische Schule zum Kennenlernen des Grundschul- und Kita-Angebots beim Tag der offenen Tür 10 Uhr bis 14 Uhr ein.

Lycée Français de Hambourg, „Antoine de Saint Exupéry“, Hartsprung 23, Lokstedt, Tel.: 79 01 470, www.lfh.de

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