Sozialer Zusammenhalt Matthias Ederhof, Vorsitzender der SPD Schnelsen, und Sozialsenatorin Melanie Leonhard diskutierten mit den Schnelsenern Foto: cs

Zusammenhalt auf dem Prüfstand

Sozialsenatorin Leonhard zu Gast in Schnelsen

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„In der Regel wird das Meiste vom Rand her zusammengehalten“, sagte Melanie Leonhard. Und so fand die Sozialsenatorin (SPD) es auch besonders passend, dass sie ausgerechnet in Schnelsen, an der Grenze zu Schleswig-Holstein, über den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sprechen sollte.

 

Ein Thema, das offensichtlich viele Menschen im Stadtteil bewegt. Denn zur Freude von Matthias Ederhof, Vorsitzender der veranstaltenden SPD Schnelsen, war der Saal des Christophorushauses am Anna-Susanna-Stieg bis auf den letzten Platz besetzt, einige  mussten sogar stehen.

Von der Kindheit bis ins hohe Alter – Leonhard zeigte ihren Zuhörern auf, was ihre SPD für die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen erreicht habe. Der Anspruch auf einen Krippenplatz, die kostenlose Kita-Grundbetreuung, die Einführung der Ganztagsschule mit einem beitragsfreien Betreuungsangebot bis 16 Uhr, die Gründung einer Jugendberufsagentur, die helfen solle den Übergang von Schule und Beruf durch individuelle Lösungen zu gestalten, die Einführung des Mindestlohns sowie die Grundsicherung im Alter – dies alles trage dazu bei, dass es in Hamburg zunehmend mehr Chancengerechtigkeit gebe. „Ich spreche bewusst nicht von Chancengleichheit, denn jeder startet mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Leben“, so die Sozialsenatorin.

Bei der anschließenden Diskussion wurde es dann persönlich. Viele Gäste erhofften sich von der Senatorin Lösungsansätze für ihre ganz eigenen Probleme. Mehr Wohnraum für die Mittelschicht? „Wir halten uns beim Wohnungsbau strikt an den Drittelmix: ein Drittel Eigentumswohnungen, ein Drittel frei finanziert, ein Drittel Sozialwohnungen“, so Leonhard. Hilfe für Obdachlose? Hamburg sei im Bereich der akuten humanitären Nothilfe weit besser aufgestellt als manch anderes Bundesland, betonte die Sozialsenatorin. Kinder, die regulär in Containern beschult werden? Ganz und gar nicht wünschenswert, aber aufgrund der aktuellen Situation – kein Flüchtlingskind darf in Hamburg länger als sechs Wochen unbeschult bleiben –  manchmal nicht zu vermeiden.

„Mein Anliegen war es, den Menschen, die sich vom Staat und der Gesellschaft alleingelassen fühlen, zu zeigen, dass es so eben nicht sein muss“, sagte Leonhard abschließend. Zumindest ein Großteil der Anwesenden schien sie davon überzeugt zu haben. Die Schnelsener verabschiedeten die Sozialsenatorin mit großem Applaus und zahlreichen Dankesbekundungen. cs

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