Überraschungsfahrt Nach seiner morgendlichen Tour durch die Gegend im US-Schulbus erwarteten Detlef Erdmann noch viele weitere Überraschungen Foto: moe

Der Lotse ist von Bord gegangen

Schulleiter Detlef Erdmann vom Ohmoor Gymnasium verabschiedet sich in die Rente

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Mit einer unterhaltsamen Tour im nostalgischen US-Schulbus, einem Spalier aus allen 1200 Schülern des Niendorfer Gymnasiums Ohmoor, mit Seifenblasen, Wunderkerzen und Konfetti-Regen verabschiedeten die Schüler, Lehrer und Eltern „ihren“ Herrn Erdmann. 

 

Morgens um 7.30 Uhr wurde Schulleiter Detlef Erdmann am vergangenen Donnerstag in Schnelsen als Überraschung im gelben Oldie-Schulbus abgeholt: Knapp zwei Stunden fuhr er quer durch die Stadtteile, immer wieder stiegen Lehrer und Schüler dazu, die mit kleinen Aufführungen und Beiträgen den Fast-Pensionär erheiterten.

Beim Ausstieg standen dann alle Schüler der fünften bis zwölften Klassen Spalier – vom Pommernweg bis zum Schuleingang im Sachsenweg – und jubelten ihrem Schulleiter zu. Nach 17 Jahren am Gymnasium Ohmoor und insgesamt 37 Jahren im Dienste der Hamburger Schulbehörde geht der Shakespeare-Fan nun in Rente.

Nachmittags  bei der offiziellen Verabschiedung gab es viele ergreifende Worte, eingepackt in ein wunderbares Programm. So startete die Veranstaltung mit Alphorn und Ziegengemecker, ging über in tolle musikalische Darbietungen und ein „Wer wird Pensionär?“- Quiz bis hin zum großen Finale mit einer „Der Froschkönig“-Video-Geschichte aller 1200 Schüler.

Fröhliches Spalier Vom Pommernweg bis zum Eingang des Gymnasium Ohmoor am Sachsenweg standen alle 1200 Schüler der Schule und jubelten Detlef Erdmann zu Foto: moe

Auch Schulsenator Ties Rabe erlebte die Show mit. „Unter seiner Leitung wurde das Gymnasium Ohmoor zu einer der größten Schulen Hamburgs mit Vorbild-Charakter“, resümierte er. So wurden unter anderem der bilinguale Unterricht eingeführt, das Ziegenprojekt ermöglicht, beim Schulversuch Alleskönner mitgemacht, die Sanierung des Schullandheims auf den Weg gebracht sowie die Teilnahme am WLAN-Projekt organisiert. Darüber hinaus wirkte Erdmann auch hamburgweit an der Unterrichtsgestaltung mit.

Sein vielfältiges Engagement – unter anderem in zahlreichen  Bildungsausschüssen, bei der Lokalen Bildungskonferenz und auch für das Jugendforum Niendorf – seine visionäre Arbeit, seine Gelassenheit sowie seine humorige, offene und väterliche Art wurden in jedem Beitrag des Nachmittags gelobt.

Auch Erdmanns Liebe zum guten Essen und natürlich immer wieder seine Liebe zu Shakespeare und England zogen sich wie ein roter Faden durch die Verabschiedung. „Für Deine Leidenschaften hast du nun ganz viel Zeit“, so Dagmar Träbert, Abteilungsleiterin Unterstufe am Ohmoor-Gymnasium. „Der Lotse geht von Bord“, stellte sie klar. Die Schule sei aber gut aufgestellt um die Zeit bis zur Benennung eines Nachfolgers gut und organisiert zu überbrücken.

In seiner Rede beteuerte schließlich Detlef Erdmann seine Zwiespältigkeit, die Schule zu verlassen. Er dankte all jenen, die seinen Weg begleiteten und verabschiedete sich nach Shakespeare-Manier mit den Worten: „All‘s well that ends well“ (deutsch: Ende gut, alles gut). Natürlich werde er dem Kollegium bei Problemen zur Seite stehen und „seine“ Schule Im Blick behalten.  moe

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