Gestoppt Die Beamten entdeckten den manipulierten Sattelzug in der Marek-James-Straße Foto: Polizei

Betrunkener Umweltsünder unterwegs

Polizei erwischt manipulierten Lkw mit schlechten Bremsen in Schnelsen

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Die Polizei hat am Dienstag vergangener Woche einen betrunkenen LKW-Fahrer in Schnelsen mit 1,7 Promille am Steuer erwischt. Der Mann steht im Verdacht, einen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen zu haben. Doch das ist noch nicht alles: Auch die Bordelektronik des Fahrzeugs war manipuliert worden. Zudem hatte der LKW keine Bremsbeläge mehr.

 

Wie die Polizei mitteilt, soll der Fahrer vor gut zwei Wochen einen Verkehrsunfall auf dem Schleswiger Damm in Schnelsen verursacht, dabei einen anderen Laster beschädigt und danach Fahrerflucht begangen haben. Am Dienstag vergangener Woche entdeckten Beamte den Sattelzug um 12.16 Uhr in der Marek-James-Straße. Der Fahrer war betrunken, ein Alkoholtest ergab 1,7 Promille.

Bei der Unfallaufnahme durch den Verkehrsunfalldienst wurden auch die Daten des digitalen Kontrollgeräts gesichert. Die Auswertung der Daten ergab, dass das Kontrollgerät des Lkw manipuliert worden war. Über einen Kippschalter im Führerhaus konnte der Fahrer die Aufzeichnungen seiner Lenk- und Ruhezeiten verändern. Im vorliegenden Fall war der Fahrer offenbar täglich 15 bis 16 Stunden gefahren. Offiziell aufgezeichnet wurden jedoch nur die erlaubten 9 Stunden.

Durch die Manipulationen des Sensors war die gesamte Bordelektronik des Sattelzuges gestört, so dass auch die Bremsassistenten nicht mehr richtig funktionierten. Der Lkw hatte zudem keine Bremsbeläge mehr.

Des Weiteren hatte der Fahrer einen verbotenen sogenannten AdBlue-Emulator verbaut, welcher eine Zugabe von AdBlue – einer Harnstofflösung, die zur Reduzierung des Stickstoffausstoßes beitragen soll – zum Diesel unterbindet. Dadurch verschlechtern sich die Abgaswerte extrem, der Unternehmer spart jedoch Kosten. Gegen den Fahrer und seinen Arbeitgeber wurden Strafverfahren eingeleitet. Beide haben mit Geldstrafen in Höhe von mehreren Tausend Euro zu rechnen. cs

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