Die Projektverantwortlichen Maren Puttfarken (TK, von li.) Professor Wolfgang von Renteln- Kruse, Ralf Zastrau (beide Albertinen-Haus) und Bernd Klein (Cibek) wollen den Teilnehmern ein langes selbstbestimmtes Leben ermöglichen Foto: cs

Selbstbestimmtes Leben

Demografischer Wandel: Hamburger Pilotprojekt am Albertinen-Haus

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Der vielzitierte demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor viele Herausforderungen – auch und vor allem in Sachen Leben und Gesundheit. Der stetig wachsenden Zahl an älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen ist das Ziel des Hamburger Pilotprojekts „Netzwerk Leben Plus“ (NWLP).

 

Die Federführung des Projekts hat die Techniker Krankenkasse (TK) übernommen. Das Herzstück ist jedoch die sogenannte koordinierende Stelle und diese ist im Schnelsener Albertinen- Haus angesiedelt. „Wir beschäftigen uns seit Langem mit der Versorgung älterer Menschen, mit NWLP erproben wir nun eine weitere Möglichkeit“, sagt Geschäftsführer Ralf Zastrau.

Angelegt ist das Projekt für tausend Teilnehmer im Bezirk Eimsbüttel. Zielgruppe sind Menschen ab 70 Jahren, deren Ressourcen bereits eingeschränkt sind beziehungsweise deren Risiko für Einschränkungen hoch ist. In einem ersten Schritt werden die potentiellen Teilnehmer nun von den beteiligten Krankenkassen, neben der TK sind das die DAK-Gesundheit, die Barmer sowie die Knappschaft, angesprochen. Der offizielle Startschuss fällt im Juni. Im Albertinen-Haus durchlaufen die Teilnehmer dann umfangreiche Untersuchungen und strukturierte Test und erhalten im Anschluss einen individuellen Unterstützungsplan.


Paul assistiert

Ergänzt wird der Unterstützungsplan durch das technische Assistenzsystem PAUL – eine Kurzform für „Persönlicher Assistent für ein Unterstütztes Leben“. Die Software der Firma Cibek aus Rheinland-Pfalz ist auf einem Tablet-PC vorinstalliert und wird jedem Teilnehmer kostenfrei zur Verfügung gestellt. „PAUL ist in seiner Basisausstattung eine benutzerfreundliche, speziell auf Senioren zugeschnittene Kommunikationsplattform. Sie ermöglicht beispielsweise Video-Sprechstunden mit den Ärzten der koordinierenden Stelle“, erläutert Cibek-Geschäftsführer Bernd Klein.


Kosten im Blick

Gefördert wird das NWLP über vier Jahre mit 8,9 Millionen aus dem Innovationsfonds des Bundes. Für die wissenschaftliche Begleitung zeichnet neben der Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses die Universität Bielefeld verantwortlich. Nach Angaben vom Professor Wolfgang von Renteln-Kruse stehen drei Aspekte im Fokus der Untersuchung: Akzeptanz, Versorgungsqualität und Kosten. „Wir analysieren, wie hoch die Bereitschaft zur Teilnahme am NWLP ist, inwieweit die medizinische Versorgungsqualität durch die Teilnahme am Projekt steigt und ob es kosteneffektiv ist“, erläutert der Leiter der Geriatrischen Klinik des Albertinen-Hauses abschließend. cs

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