A7-Deckel: Rohbau fertig

Erste Tunnelröhre soll noch dieses Jahr für Verkehr freigeben werden

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Er wächst und wächst: Nachdem am 12. Juli des vergangenen Jahres die Seitenwand des ersten Teilstücks in Beton gegossen wurde, konnte kurz vor Weihnachten das letzte Teilstück installiert werden. Damit ist der Rohbau der ersten Lärmschutztunnelröhre in Schnelsen fertig. Doch nun folgt die eigentliche Herausforderung.

 

550 Meter ist er lang, der erste Tunnel in Fahrtrichtung Hannover. Ein langer Schlauch, in dem später einmal drei Fahrspuren plus Seitenstreifen Platz finden sollen. 2,5 Tonnen Stahl und 17 000 Kubikmeter Beton, insgesamt 2500 Betonmischer-Ladungen, wurden dort bereits verbaut. Was sofort auffällt: Während direkt nebenan auf der Ostseite der A7 die Autos und LKW vorbeidonnern herrscht im Inneren des riesigen Schalldämpfers eine bemerkenswerte Ruhe. Nun lassen sich die positiven Auswirkungen des Mammutprojekts bereits erahnen: Statt Verkehrslärm werden zwischen Vogt-Kock-Weg und Jungborn bald nur noch Vogelzwitschern und fröhliches Kinderlachen zu hören sein.

Historischer Moment Das letzte Deckensegment wird gegossen. Der Rohbau ist fertig

Zum Zeitplan: Nach Angaben von Christian Merl, Sprecher der verantwortlichen Projektgesellschaft Via Solutions Nord (VSN), soll der Tunnel im kommenden Herbst für den Verkehr freigegeben werden. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun: „Kabelkanäle und Entwässerungsleitungen müssen verlegt, Notwege installiert und die Fahrbahnschichten aufgetragen werden“, sagt Bernd Rothe, Bereichsleiter der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, kurz Deges. Im Anschluss folgt mit der verkehrs- und betriebstechnischen Ausstattung eine besondere Herausforderung. Denn, sobald mit dem Bau der zweiten Tunnelröhre auf der Ostseite der Autobahn begonnen wird, muss der gesamte Verkehr, rund 150 000 Fahrzeuge täglich, durch die erste Tunnelröhre geleitet werden. Vorgesehen sind dann laut Rothe zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung – ohne Standstreifen. „Die Sicherheitstechnik, die Abläufe, besonders im Falle eines Unfalls oder Tunnelbrands – das muss alles so lange geprobt werden, bis es 100-prozentig sitzt“, betont Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). Der Tunnelbau bei fließendem Verkehr sei ein absolutes Novum in Deutschland. Horch: „Viele Blicke sind jetzt auf uns gerichtet.“ cs

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