Setzt sich für obdachlose Frauen ein: Heinz Dreyer gehört zum Helferteam der evangelischen Kirche am Sachsenweg Foto: kn

Winterprogramm für obdachlose Frauen

Kirchen bieten Schutz vor frostigen Nächten

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Auch in diesem Jahr nehmen die katholische und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Niendorf am Winterprogramm für Obdachlose der Stadt Hamburg teil und nehmen sechs Gäste in Wohncontainern auf.

 

Mehr als 70 000 Frauen in Deutschland leben auf der Straße. Sie haben wenig gemein, sie teilen nicht das Alter, weder soziale noch geographische Herkunft, sie schauen unterschiedlich aus, nur eines ist in ihrem Leben gleich: Sie haben kein Zuhause, keine Wohnung, keine Bleibe.  Frauen, die auf der Straße leben, sieht man nicht so oft hierzulande: Rund drei Viertel aller Obdachlosen in Deutschland sind Männer. Frauen ohne Wohnung sind unauffällig, ja fast: nicht sichtbar. Sie achten auf ihr Äußeres, auf Kleidung und Körperpflege. Man soll ihnen ihr Schicksal nicht ansehen.  In Hamburg haben diese Frauen die Möglichkeit, sich über den Kemenate Tagestreff, eine Fraueneinrichtung innerhalb der Hamburger Wohnungslosenhilfe, eine würdevolle Bleibe für den Winter zu finden.

In diesem Jahr nahmen die Niendorfer Gemeinden wieder an dem Winterprogramm für Obdachlose teil. So fanden sechs Frauen, vermittelt durch den Tagestreff Kemenate, bis Ende März    eine Unterkunft im Wohncontainer, die  vor dem Kirchengebäude im Niendorfer Kirchenweg und im Sachsenweg stehen.

Zwei Gäste werden von einem 12-köpfigen, ehrenamtlichen Team am Sachsenweg betreut.

Bei der evangelischen Kirche gehört Heinz Dreyer (76) zu dem bewährten Helferteam: „Wir bemühen uns, die Frauen in unserem Stadtteil einzubinden. Wir bieten Gespräche an und versuchen mit Kuchen- und Obstspenden die beiden heimatlosen Frauen zu unterstützen.”

Am Niendorfer Kirchenweg gehören Berndt Wegner (75) und Diakon Erwin Drossel (77)zum bewährten Helferteam. Sie versuchen, so gut wie möglich eventuell anfallende Probleme und Sorgen gemeinsam zu meistern und Lösungen zu finden.

Mitte der neunziger Jahre waren nach Schätzung Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe (BAG W) zwölf bis 15 Prozent der   Obdachlosen Frauen, heute sind es 28 Prozent. Es geht mittlerweile ganz schnell, dass jemand ohne Wohnung dasteht.  kn

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