Wollen bleiben Monika Chalupa (von links), Gaby Soyka und Bettina Hass sind mit ihren Pferden seit 25 Jahren am Vielohweg Foto: cs

Pferde müssen weg

Koppeln am Vielohweg werden zu Ausgleichsflächen für den Autobahnbau

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Es ist eine Idylle direkt hinter der Autobahn. Seit mehr als 25 Jahren grasen auf den Weiden zwischen der Autobahn A7, dem Vielohweg und der Kollau Pferde. Doch damit soll nun Schluss sein. Viele der Pächter haben bereits eine Kündigung erhalten. Grund ist der A7-Ausbau.

 

Konkret handelt es sich um ein etwa 3,3 Hektar großes Areal gegenüber der Hausnummer Vielohweg 21 sowie ein südwestlich angrenzendes Grundstück. „Beide ehemals privaten Flurstücke sind durch den Bund beziehungsweise die Bundesstraßenverwaltung, vertreten durch die Freie Hansestadt Hamburg und die Projektmanagementgesellschaft Deges, erworben worden“, erläutert Diplom-Ingenieur Ulrich Möller, bei der Deges zuständig für Natur- und Landschaftsplanung in Hamburg und Schleswig-Holstein. Bei beiden Flächen handelt es sich um Ausgleichsflächen im Rahmen des A7-Ausbaus.

Gemäß des Planfeststellungsbeschlusses dürfen die Weiden fortan nur noch extensiv genutzt werden, damit das Potential für den Naturschutz aufgewertet werden kann. Bedeutet: Eine Beweidung ist nur unter Auflagen möglich, es darf beispielsweise nur eingeschränkt gedüngt, keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden und alle Maßnahmen müssen mit den Naturschutzbehörden abgestimmt werden.

Pferd nein – Rind ja

Die Nutzung mit anderen Weidetierarten als Rindern ist nicht mehr zulässig. „Eine Beweidung mit Pferden und die intensive Nutzung als Koppel mit Unterständen und Reitplätzen entspricht nicht den festgesetzten Vorgaben einer extensiven Grünlandnutzung“, erläutert Möller. Und: Im Planfeststellungsverfahren habe es dazu übrigens keinerlei Einwendungen gegeben.

Für die drei Pächterinnen der Koppeln gegenüber des Vielohwegs 21 kam die Kündigung im Sommer dieses Jahres dennoch völlig überraschend. Und auch wenn die Kündigungsfrist drei Jahre beträgt und sie erst im April 2019 eine neue Bleibe für ihre drei Pferde und den Esel gefunden haben müssen – sie haben die Hoffnung bereits aufgegeben, etwas Neues zu finden. „Die Preise für solche zur Pferdehaltung geeigneten Flächen sind heutzutage exorbitant und in Schnelsen und den angrenzenden Stadtteilen kaum noch zu finden“, berichtet Pächterin Monika Chalupa.

„Wir gehen hier nicht weg, wir sitzen das aus“, fügt Nachbarin Gaby Soyka hinzu. Sie glaube noch daran, dass sich eine Lösung finden lasse: „Wir würden die Pferdehaltung allen Auflagen durch die Behörden anpassen – das ist überhaupt kein Problem. Vielleicht findet sich ja zumindest ein kleines Plätzchen, auf dem wir mit unseren Pferden bleiben können.“ cs

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