Der Schnelsener Kay Gätgens steht schon bald an der Spitze des Bezirksamts Eimsbüttel Foto: pr

Schnelsener wird Bezirksamtsleiter

Rot-grüne Koalition einigt sich auf Kay Gätgens

Archiv| Views: 329

Jetzt ist es amtlich: Die Fraktionen von SPD und Grünen in der Bezirksversammlung Eimsbüttel schlagen Kay Gätgens (SPD) für die Wahl des Bezirksamtsleiters vor. Der 54-Jährige Schnelsener, aktuell noch als Leiter des Dezernats Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Eimsbüttel tätig, soll wie angekündigt in der nächsten Sitzung der Bezirksversammlung am 15. Dezember gewählt werden.

„Mit Kay Gätgens stellen wir den besten Kandidaten zur Wahl“, ist sich Rüdiger Rust, Vorsitzender der SPD-Fraktion Eimsbüttel, sicher. „Er hat sich in dem öffentlichen Verfahren als qualifiziertester Bewerber durchgesetzt. Als Eimsbütteler und langjähriger Mitarbeiter der Eimsbütteler Verwaltung ist Gätgens mit den Anforderungen unseres Bezirks zudem bestens vertraut.“ Auch Lisa Kern, Fraktionsvorsitzende der Grünen, zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung. „Wir schätzen Kay Gätgens’ fachlich fundierte und zugleich kommunikative Art und haben großes Vertrauen, dass wir mit ihm die Ziele der rot-grünen Koalition erfolgreich umsetzen werden.“Etwas anders sieht das naturgemäß die Opposition: „Kay Gätgens ist ohne Frage persönlich sehr sympathisch und ein hochqualifizierter Kandidat, für die Linke  jedoch nicht nonkonform genug, um neue Wege für den Bezirk einzuschlagen, sowohl in Bezug auf die notwendige Demokratisierung des Bezirks Eimsbüttel als auch im Hinblick auf die Rolle des Bezirksamtsleiters“, betont Zaklin Nastic, Fraktionsvorsitzende der Linken in Eimsbüttel. Weil er Eimsbütteler Stallgeruch besitzt, hält die CDU Gätgens indes für die beste Lösung unter allen Kandidaten. „Das kann Segen aber auch Fluch sein, wenn es gilt, Bezirksinteressen durchzusetzen“, so deren Fraktionsvorsitzender Rüdiger Kuhn. „Wie rigoros auf Senatsebene agiert wird, zeigt die sinnlose Abberufung von erfolgreichen Bezirksamtsleitern nach dem Machtwechsel zu Olaf Scholz. Da wurden einfach Leute wegen SPD-Parteibuch installiert. So etwas vergessen wir nicht.“ Kritik am Auswahlverfahren kommt von Seiten der FDP: „Die SPD hat sich von Anfang an auf den Mann Kay Gätgens festgelegt und das Auswahlverfahren von 13 Bewerbungen schmolz auf einen Sozialdemokraten, das Findungsverfahren wurde somit zur Farce und zur Zeitverschwendung. Die Grünen, die auch immer eine Frau bevorzugt haben wollten, wurden in der Koalition über den Tisch gezogen.“ cs

Das ist der Neue 

Kay Gätgens wurde 1962 in Hamburg geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Schnelsen und lebt auch heute mit seiner Familie wieder dort. Nach dem Abitur an der  Julius-Leber- Schule absolvierte er zunächst eine Lehre als Stahlbetonbauer und war als solcher an der Errichtung der U-Bahn-Station Niendorf Markt beteiligt. Es folgten ein Studium der Architektur und Stadtplanung in Hamburg und New York sowie die Mitarbeit in einem großen Stadtplanungsbüro. Im Januar dieses Jahres übernahm der 54-Jährige das Dezernat für Wirtschaft, Bauen und Umwelt. Zuvor war er als Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Eimsbüttel tätig.  Er gilt als ausgewiesener Verwaltungsfachmann, der den Bezirk wie seine Westentasche kennt. Gätgens saß einige Jahre für die SPD im Ortsausschuss Lokstedt. Er ist wie sein Vorgänger Dr. Torsten Sevecke ein leidenschaftlicher Radfahrer und hat sogar schon die Alpen mit seinem Drahtesel überquert.

Comments are closed.