Zwei, die sich verstehen Cornelia Prüfer-Storcks und Matthias Ederhof sorgten im Schnelsener Christophorushaus für einen informativen Abend Foto: cs

Bürgerversicherung für alle

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks zu Gast in Schnelsen

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„Ist unser Gesundheitssystem noch gerecht?“ Unter diesem Titel stand eine Veranstaltung der SPD Schnelsen mit Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer- Storcks.

 

Schnelsen hat das Albertinen- Haus und -Krankenhaus, eine Vielzahl hoch qualifizierter Ärzte, Pflegedienste sowie Apotheken und feierte in diesem Jahr eine erfolgreiche Premiere der Gesundheitsmesse Schnelsen – der Stadtteil ist auf dem besten Weg, sich als Gesundheitsstandort einen Namen zu machen. Und so erscheint es auch nur folgerichtig, dass Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) vergangene Woche Schnelsen einen Besuch abstattete, um für die seit langem von den Sozialdemokraten favorisierte paritätische Bürgerversicherung die Werbetrommel zu rühren.

Auch wenn die Reihen des Christophorushauses am Anna-Susanna-Stieg vergangenen Donnerstagabend eher spärlich besetzt waren – die Anwesenden zeigten sich beeindruckt von den klaren Aussagen der gebürtigen Rheinländerin.

Die Forderungen, der Senatorin, die auch auf Bundesebene ordentlich mitmischt, im Einzelnen: Die Abschaffung des Zwei-Klassen-Systems von privat und gesetzlich Versicherten und stattdessen die Einführung einer einheitlichen Bürgerversicherung, die Rückkehr zur paritätischen Aufteilung aller Krankenkassenbeiträge, bei der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kosten jeweils zur Hälfte teilen sowie eine „gerechte“ Gebührenordnung für Ärzte, bei der wieder mehr Geld für „sprechende Medizin“ wie Beratungsgespräche und Hausbesuche bereitgestellt wird. Außerdem solle das Modell für eine Bürgerversicherung zu einem deutlich stärkeren Teil als bislang durch Steuern finanziert werden.

 „Nur so können wir erreichen, dass sich in Zukunft alle Bürger gleichermaßen auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung – unabhängig von Geldbeutel, Wohnort oder Lebensumständen – verlassen können“, betonte die ehemalige Vorstandsfrau der AOK Rheinland. Und: „Ich wünsche mir, dass bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 die Bürgerversicherung der neue Mindestlohn, also die Grundvoraussetzung für die Aufnahme von Gesprächen, sein wird.“ Auch wenn man sich natürlich noch nicht im Wahlkampf befinde, betonte Prüfer-Storcks weiter. Das sah auch der Schnelsener SPD-Vorsitzende Matthias Ederhof so, der als Moderator durch den Abend führte. Auch er ließ sich einen kleinen Wink mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl aber nicht nehmen: „Übrigens: Grüne und Linke sind in Sachen Bürgersicherung mit der SPD einer Meinung.“ cs

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