Kulturelles Erbe Der Lohbekpark in Lokstedt wird unter Denkmalschutz gestellt Foto: cs

Grünzug liefert weiter Zündstoff

Bezirksamts-Planung für den Lokstedter Lohbekpark erzürnt Lokalpolitiker

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Der „Grünzug Lokstedt“ sorgte schon mehrfach für Proteste. Zahlreiche Baumfällungen verärgerten im vergangenen Jahr Anwohner und Passanten. Ein geplanter Bolzplatz rief sogar eine Bürgerinitiative auf den Plan. Auch während der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt wurde über die „Aufwertung der vorhandenen Grünflächen“ kontrovers diskutiert.

 

Stein des Anstoßes waren die Planungen für den dritten Bauabschnitt, die Karin Spreckelsen vom Fachamt Management des öffentlichen Raumes und Landschaftsarchitekt Gottfried Neder gemeinsam vorstellten.

Konkret umfasst der dritte Bauabschnitt den Teilbereich I mit dem Spielplatz an der Vogt-Wells-Straße, dem Gefallenendenkmal und der dazwischenliegenden Wegeverbindung. Neben einem Spielplatz für Drei- bis Sechsjährige sollen dort Wegebelege erneuert, Zugänge barrierefrei gestaltet sowie Gehölzflächen ausgelichtet und durch niedrige Stauden ersetzt werden.

Im Zentrum des Teilbereichs II steht der Lohbekpark. Wie erst in der Sitzung bekannt gegeben wurde, wird das in den 1950er und 1960er Jahren errichtete Areal unter Denkmalschutz gestellt. Ziel sei es, so Neder, die historischen Plätze und Wegeverbindungen herauszuarbeiten und wieder erlebbar zu machen. Dafür sollen abermals dichte Gehölzflächen ausgelichtet sowie etwa sechs Bäume gefällt werden, die laut Neder „aus historischer Sicht dort nicht hingehören“. Im Gegenzug wolle man Pflanzungen entsprechend der Entstehungszeit vornehmen.

Am Ende des Vortrags platzte dem Ausschuss-Vorsitzenden Rüdiger Rust (SPD) der Kragen. „Das war ganz und gar nicht unser Ansatz. Wir wollen kein Naturdenkmal!“, wetterte er und verwies auf zwei einstimmige Beschlüsse des Regionalausschusses sowie der Bezirksversammlung, die ein Urban-Gardening-Projekt sowie Bewegungsgeräte für Erwachsene im dritten Bauabschnitt des Grünzugs Lokstedt vorsehen. „Auch weitere Baumfällungen kann ich nicht vertreten“, betonte Rust.

Auch der Grünen-Politiker Ali Mir Agha bezeichnete das vorgestellte Konzept als „befremdlich“ und frage sich: „Wofür mache ich eigentlich das Ganze, wenn sich die Verwaltung einfach über politisch gefasste Entschlüsse hinwegsetzt?“

Während Spreckelsen während der Regionalausschuss-Sitzung noch betonte, dass es seitens der Bürger weder ein Interesse an dem Urban-Gardening-Projekt noch an den Bewegungsgeräten gebe, ruderte das Bezirksamt am Folgetag zurück: „Die von der Bezirksversammlung gefassten Beschlüsse sind für das Bezirksamt Eimsbüttel bindend. Die genannten Beschlüsse zu Urban Gardening und zu Bewegungsgeräten für Erwachsene wurden von der Verwaltung in die Planungen integriert. Dies wurde in der Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt am 14. November nicht deutlich genug kommuniziert“, so Sprecherin Elisa Ellermann.  Die Verwaltung werde dies in der ersten Sitzung des neuen Jahres am Montag, 16. Januar, nachholen. cs

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