Angeregt und intensiv tauschten sich die LBK-Teilnehmer in Diskussionsrunden aus Foto: moe

Keine Scheuklappen bei der Schulwahl

Bei der 17. Bildungskonferenz in Niendorf kristallisierte sich ein dringlicher Appell an die Eltern heraus

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„Abenteuer Bildung“ lautete das Thema der 17. Lokalen Bildungskonferenz (LBK) Niendorf, bei der sich wieder Vertreter von Schulen, Kitas, GBS-Trägern, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Politiker austauschten und eine eindringliche Botschaft aussprachen.

 

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Carsten Lehmann in der Aula der Grundschule Sachsenweg nahm das Thema sehr schnell Fahrt auf. Denn vor allem der Übergang der Kinder von Kita in Grundschule, von Grundschule auf die weiterführende Schule und dann ins Berufsleben stand im Fokus. „Viele Familien wissen nicht, was dabei auf sie zukommt“, so LBK-Koordinator Andreas M. Yasseri. Jörg Hüttmann, Elternratsvorsitzender der Schule Burgunderweg berichtete: „Wir laden Eltern zum Erfahrungsaustausch ein, um sie zu beraten und Vorurteile aus dem Weg zu räumen.“ Denn gerade beim Wechsel zur weiterführenden Schule offenbaren sich Ängste und Schwierigkeiten. „In den Köpfen vieler Eltern wird das Gymnasium als einzig gute Lösung für das Kind angesehen. Den Stadtteilschulen fehlt das gute Image“, ergänzte Hüttmann.

In den Diskussionen zeigte sich, dass es ausreichend Beratungsangebote gibt. „Doch viele Eltern haben eine vorgefertigte Meinung“, so Ingo Kangarlou, Leiter der Stadtteilschule Niendorf: „Das Abitur von Stadtteilschule und Gymnasium ist absolut gleichwertig – bei uns haben die Schüler sogar ein Jahr mehr Zeit.“ Viele Eltern hätten Scheuklappen, würden ihre Kinder sogar ohne Gymnasialempfehlung aufs Gymnasium schicken, bestätigt auch LBK-Koordinator Jörn Adomeit: „Am besten wir benennen die Stadtteilschule in G9 und das Gymnasium in G8 um, um dem vermeintlichen Gefälle den Wind aus den Segeln zu nehmen.“. „Die Eltern stehen zu sehr unter Druck, aus falsch verstandenem Ehrgeiz“, so Ulrike Schütt vom Haus der Jugend. „Von klein auf sollen die Kinder Leistung zeigen. Das ist ein gesellschaftliches Problem.“

Informativ Susanne Matern vom Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum Eimsbüttel (ReBBZ) klärt über Entwicklungsängste auf Foto: moe

So formulierten die LBK- Teilnehmer abschließend im eindringlichen Appell, dem Kind eine glückliche Schulzeit nicht zu verbauen. „Das Kind sollte kein Lebens-Projekt sein. Wir müssen Eltern darin stärken, ihre Töchter und Söhne mehr wahrnehmen und zu ihnen zu stehen“, so Elke Bremer vom Sozialraumprojekt ProNieNo.  „Entscheiden Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für eine Schule, wo es sich gut aufgehoben und glücklich fühlt – nur das zählt!“, rät Ingo Kangarlou .

Zum Ende der Veranstaltung wurde mit dem Ausblick auf die folgende LBK Moderator Albert Scherer verabschiedet und ein großes Dankeschön ausgesprochen. Souverän und kompetent hatte er die vergangenen 15 Niendorfer Bildungskonferenzen geleitet „Für mich geht eine spannende Zeit zu Ende. Aber wir sehen uns bestimmt hier im Stadtteil wieder“, so der Niendorfer lächelnd. moe

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