Eine tolle Truppe, die mit Disziplin und Spaß dabei ist. Trainiert werden sie von Dennis Drosse (links im schwarzen Anzug), er ist der Sifu, auf Deutsch Meister, sowie Liron Zilz (16, rechts im schwarzen Shirt). Foto: ar

Eine Lehre für den Körper und den Geist

Jetzt gibt es Kung Fu beim Niendorfer TSV

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Mehr als drei Millionen Zuschauer lockte jeder „Kung Fu Panda“-Film in die deutschen Kinos. Was im Trickfilm auf der Leinwand so spielerisch aussieht, ist die hohe Kunst der Selbstverteidigung – und sie wird jetzt auch beim Niendorfer TSV angeboten

 

Wenn acht Kinder in einer Turnhalle sind, dann wird meist gerannt, getobt, laut gerufen. Ganz anders sieht es aus, wenn man am Freitag um 17 Uhr in die Turnhalle am Sethweg kommt: da machen acht Kinder hochkonzentriert ihre Übungen, jeder für sich trainiert feste Bewegungsfolgen, wieder und wieder. Willkommen beim Kung Fu-Training!

Seit September ist die Selbstverteidigungskunst für Kinder, Jugendliche  und Erwachsene auch beim NTSV zu Hause. Und einer der Besten in Deutschland hat Kung Fu nach Niendorf gebracht: Dennis Drosse (29), 9. Schwarzgurt, war Deutscher Meister und holte sich bei der Weltmeisterschaft 2011 gleich vier Titel.

Bei ihm trainiert auch Stina (18). Seit vier Jahren liebt sie Kung Fu. „Ich hatte damals eine Probestunde und war sofort begeistert.“ Sie fasziniert der Mix aus „hartem Sport und Eleganz“.

Auch wenn beim Kung Fu harter Körperkontakt gelehrt wird – für „Schläger“ ist der Sport nichts. „Ich trainiere niemanden, der sich damit auf der Straße prügeln will“, stellt Dennis Drosse klar. Er weiß aber auch, dass „die meisten, denen es nur darum geht, bei unserem Sport falsch sind.“ Denn Kung Fu bedeutet übersetzt harte Arbeit, erst langes Training macht den Meister. Und außerhalb des Trainings gilt eine eiserne Regel: „Der beste Kampf ist der, den man nicht kämpfen muss!“

Genau diese Mischung macht Kung Fu so spannend – es ist eine Lehre für den Körper und den Geist. Wille und Disziplin sind Voraussetzung. „Wer Kung Fu macht, wird selbstbewusster“, sagt Dennis Drosse. „Und was uns ausmacht: Obwohl es eine Einzelsportart ist, sind wir eine tolle Mannschaft“, sagt Stina. Wer sich selbst davon überzeugen möchte: Noch sind Plätze frei. Einfach Freitag ab 17 Uhr (Kinder) oder 18 Uhr (Jugendliche und Erwachsene) in der Turnhalle am Sethweg vorbei kommen. ar

 

Gottesanbeterin als Vorbild

 

Dennis Drosse lehrt Mantis Kung Fu, benannt nach der Gottesanbeterin – eine Form der Kampfkunst, die vor 350 Jahren entstand. „Früher wurde Kung Fu vom Vater an die Kinder weiter gegeben“, erklärt Drosse. „So entwickelte jede Familie ihre ganz eigene Form.“ Mantis Kung Fu wurde von dem Mönch Wang Lang bei seinem Besuch im berühmten Shaolin-Kloster erfunden. Die Legende sagt, dass der Mönch, der 17 Kung Fu Stile beherrschte, die dortigen Mönche zuerst nicht besiegen konnte. Wang Lang zog sich in einen Wald zurück, beobachtete dort den Kampf zwischen einer Gottesanbeterin und einer Zikade, den die deutlich kleinere  Gottesanbeterin gewann.  Wang Lang studierte ihre Bewegungen, entwickelte daraus die Handtechniken des Stils, nahm dazu die effektivsten Techniken aus 17 anderen Kung-Fu-Stilen auf, kehrte ins Kloster zurück und besiegte bei einem freundschaftlichen Turnier eine große Zahl der Mönche.

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