Natur pur Am Hirschsprung könnte bald eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen Foto: cs

Eine weitere in Schnelsen?

Finding Places: Hamburger halten Fläche am Hirschsprung für geeignet

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In Schnelsen könnte es bald eine weitere Flüchtlingsunterkunft geben. Bürger haben in diesem Fall den möglichen Standort am Hirschsprung vorgeschlagen. Dennoch regt sich unter den Anwohnern bereits erster Unmut.

 

„FindingPlaces“ heißt ein interaktives Stadtmodell, mit dessen Hilfe rund 400 Hamburger Flächen für Flüchtlingsunterkünfte gesucht – und gefunden – haben:  161 Flächen für mehr als 20.000 Unterbringungsplätze wurden in Workshops an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) diskutiert und zur Prüfung an den Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) weitergeleitet. 44 Standorte wurden nach Ersteinschätzung des ZKF als geeignet bewertet – dies entspricht in etwa 6.500 Unterkunftsplätzen. Inzwischen sind von diesen 44 Flächen bereits sechs Flächen für eine konkrete Umsetzung empfohlen worden. Für zwölf weitere Areale wurden umfangreichere Prüfungen und Vorbereitungen angeordnet – eine davon befindet sich in Schnelsen.

Konkret handelt es sich um eine landwirtschaftlich genutzte Wiese am Hirschsprung, in der Verlängerung des Sellhopswegs. Vorgeschlagen wurde eine Teilbebauung im Randbereich des insgesamt 13 Hektar großen Areals, das sich im Besitz der Stadt Hamburg befindet. Bis zu 500 Flüchtlinge könnten dort Platz finden. „Die Verkehrserschließung vom Sellhopsweg ist schwierig und muss detaillierter geprüft werden“, vermeldet der ZKF auf Anfrage des Niendorfer Wochenblatts. Aus baulicher Sicht sei die Fläche zur Unterbringung von Geflüchteten allerdings nach erster Einschätzung geeignet.

Und wie geht es nun weiter? „Eine Einbeziehung der Bürger ist, wie üblich, über das sogenannte Paragraf-28-Verfahren vorgesehen, in dem die Bezirksversammlung über das Vorhaben informiert und um Stellungnahme gebeten wird“, erläutert ZKF-Sprecherin Christiane Kuhrt.

 Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Zunächst werden die Wiese am Hirschsprung sowie die anderen im Rahmen des Projekts „Finding Places“ herausgearbeiteten Flächen laut Kuhrt in behördenübergreifenden Standort-Konferenzen beraten und dann von einem weiteren stadt- übergreifenden Gremium entweder als geeignet oder ungeeignet bewertet bzw. zurückgestellt. Kuhrt: „Erfahrungsgemäß können sich solche Beratungsprozesse sehr lange hinziehen.“ cs

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