Adieu Bezirksamt Dr. Torsten Sevecke hat in die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gewechselt Foto: cs

„Ich werde mich ganz sicher nicht einmischen“

Der ehemalige Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke im Interview

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Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke hat einen neuen Job. Seit Montag verantwortet er als Senatsdirektor im Verkehrs- und Wirtschaftsamt die Bereiche Luftfahrt, Hafen und Mittelstandsförderung. Kurz vor seinem Abschied sprach Redakteurin Christina Sluga mit dem passionierten Radfahrer über die neue Aufgabe, besondere Momente seiner Amtszeit und einen möglichen Nachfolger.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Dr. Sevecke, mit welchem Gefühl verlassen Sie das Bezirksamt Eimsbüttel?

Dr. Torsten Sevecke: Das Bezirksamt ist gut aufgestellt. Wir haben die Bezirksentwicklungsplanung 2040, kurz BEP, auf den Weg gebracht. Ich gehe davon aus, dass sich alle Mitarbeiter des Bezirksamts allen wichtigen Fragen auch in Zukunft offen und konstruktiv stellen werden.

 

NW: Ihr Rücktritt ein paar Wochen nach der Wiederwahl kam etwas überraschend.  Hatten Sie länger mit dem Gedanken gespielt, sich etwas Neues zu suchen?

Sevecke: Nein, es lag ausschließlich an dieser speziellen Stelle.

 

NW: Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?

Sevecke: Das Herz Hamburgs ist der Hafen. Und an dessen Erfolg mitarbeiten zu können, ist eine große Verantwortung. Schon im Jahr 1996, als ich meine Beamtenlaufbahn in Hamburg begann, war es mein Wunsch irgendwann dort zu arbeiten. Dass dieser Wunsch nach 20 Jahren wahr geworden ist, ist doch sehr schön.

 

NW: Kommen wir zurück zu Ihrer Zeit als Bezirksamtsleiter: Erinnern Sie sich an einen schönsten Moment?

Sevecke: Wenn ich hier in meinem Büro im achten Stock gesessen habe und die Sonne hinter den Fenstern unterging – das ist ein unglaubliches Panorama.

 

NW: Gab es auch einen schlimmsten Moment?

Sevecke: Als ich vom Tod der kleinen Yagmur erfahren habe. Das war sicher der finsterste Moment meiner Amtszeit. (Anmerkung der Redaktion: Die damals Dreijährige war jahrelang von ihren Eltern schwer misshandelt worden und 2013 in deren Wohnung an den Folgen eines Leberrisses gestorben. Dem zuständigen Jugendamt Eimsbüttel wurden daraufhin gravierende Fehler vorgeworfen)

 

NW: Wie man hört gibt es mittlerweile elf Kandidaten, die für Ihre Nachfolge in Frage kommen. Haben Sie einen persönlichen Favoriten?

Sevecke: Dazu werde ich mich nicht äußern.

 

NW: Was sollte Ihr Nachfolger denn Ihrer Meinung nach mitbringen?

Sevecke: Das steht alles in der Stellenausschreibung. (Anmerkung der Redaktion: Erwartet werden darin etwa Konfliktlösungskompetenz, Durchsetzungsvermögen, Aufgeschlossenheit und Kontaktfreudigkeit im Umgang mit Menschen und Erfahrungen im Umgang mit den Medien)

 

NW: Was sind die größten Herausforderungen, die auf Ihren Nachfolger zukommen werden?

Sevecke: Die Situation in den Kundenzentren und die Sauberkeit im Öffentlichen Raum sind im gesamten Bezirk aktuell ein großes Problem. Weitere wichtige Herausforderungen sind nach wie vor die Themen Stellplätze, Wohnungsbau sowie Straßen- und Wegesanierung. Auch mit der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen wird der neue Bezirksamtsleiter noch viel beschäftigt sein. Zurzeit wird vor allem im Kerngebiet viel über Sportanlagen und Lärmschutz diskutiert.

 

NW: Werden Sie Ihrem Nachfolger am Anfang noch mit Ratschlägen zur Seite stehen?

Sevecke: Nein. Ich bin Beamter und am 4. Oktober trete ich mein neues Amt an. Ich werde mich dann ganz sicher nicht in andere Angelegenheiten einmischen.

 

NW: Danke für das Gespräch!

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