Gemeinsam stark Jedes Jahr im September ernten Dr. Bruno Reuer und seine Frau Judith Szepesváry ihre Streuobstwiese in Schnelsen ab Foto: cs

Streuobst aus Schnelsen

Dr. Bruno Reuer erweckt alte Apfelsorten zu neuem Leben

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Direkt an der Pinneberger Straße, kurz vor dem Ortsausgang, liegt das Reich von Dr. Bruno Reuer. Dort betreibt der gebürtige Schnelsener eine Streuobstwiese – wie zu alten Zeiten.

 

Bereits in den 1930er Jahren legte Reuers Vater mit verschiedenen Äpfel-, Birnen- und Kirschbäumen den Grundstein. „Eine Streuobstwiese war damals Teil der ehemaligen bäuerlichen Hausgärten. Darunter weidete das Kleinvieh, wie Enten, Gänse, Schafe oder Kälber“, berichtet Reuer. Als junger Mensch habe er die Arbeit mit den Obstbäumen als „etwas nervig“ empfunden. Heute ist es seine Passion. Dafür nehmen er und seine Frau Judith Szepesváry gleich mehrmals im Jahr die lange Fahrt aus dem österreichischen Kärnten auf sich, das sie seit einigen Jahren ihr Zuhause nennen. Die Wiese muss mehrmals im Jahr gemäht werden, im März und Oktober steht jeweils ein Baumschnitt an. Und dann müssen die Äpfel natürlich auch noch geerntet und zu köstlichem Saft, schmackhaften Aufstrichen oder Kompott verarbeitet werden. Dafür quartiert sich das Ehepaar von September bis Oktober in Reuers altem Elternhaus ein, das direkt hinter der Streuobstwiese liegt. „Wir möchten aber nicht nur Ware produzieren, sondern auch für eine Philosophie der Wahrnehmung mit allen Sinnen und der Lebensfreude eintreten“, sagt Reuer. Deswegen habe er die alten Apfelsorten revitalisiert, die einst vom Vater gepflanzt wurden. „Mit jungen Bäumen wird die Sortenvielfalt auf der Streuobstwiese nach und nach erweitert“, so Reuer. Zu finden sind dort auch seltene Sorten wie der „Aderslebener Kalvill“, „Laxtons Superb“ und „Charlamowsky“, oder aber auch „Rosa Clausen“ und „Knebusch“, die „Äpfel des Jahres“ von 2015 und 2013.

Besonders wichtig ist Reuer die Naturbelassenheit seiner Äpfel. Er verzichtet komplett auf Spritzmittel, auch wenn er dafür Flecken und Wurmbefall in Kauf nehmen muss. Reuer: „Das Obst zieht seine Nährstoffe unter großen Anstrengungen allein aus dem Boden und der Luft und entfaltet so bei voller Reife ein besonders intensives und ausdrucksstarkes Aroma.“ cs

 

Apfeltage

 

Seine naturbelassenen Äpfel verkauft Dr. Bruno Reuer dieses Wochenende bei den Norddeutschen Apfeltagen im Loki-Schmidt-Garten, Ohnhorststraße, in Klein- Flottbek. Das Apfelfest bietet am Sonnabend und Sonntag, 24. und 25. September, jeweils zwischen 9 und 18 Uhr ein buntes Programm für Jung und Alt. www.apfeltage.info

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