Unter dem grünen Dach Der Revierförster klärt über den neuen sanften Baumschnitt in der An- und Abflugschneise im Gehege auf Fotos: moe

Natur auf der Überholspur

Erfolgsreiches Maßnahmen-Paket im Niendorfer Gehege

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Nachdem 2010 mit einem Bürgerbegehren die Errichtung eines „Haus des Waldes“ im Niendorfer Gehege abgelehnt wurde, beschloss die Bezirksversammlung Eimsbüttel vor über fünf Jahren ein umfangreiches Gesamtkonzept  – um den Wald als reinen Erholungsort zu erhalten.

 

Mit der Frage „Wie geht’s weiter im Niendorfer Gehege“ reichten Marc Schemmel (SPD), Susanne Egbers (GAL) und Christian Samsche (Die Linke) als damalige Mitglieder des Regionalausschusses Lokstedt einen Antrag ein – der letztlich zum Beschluss eines umfangreichen Gesamtkonzepts führte. Mehrfach hat das Niendorfer Wochenblatt über wichtige Maßnahmen berichtet.

Nun verschafften sich die Mitglieder des Regionalausschusses Lokstedt nach ihrer letzten Sitzung bei einem Rundgang mit Förster Sven Wurster einen Überblick über das jüngste Vorgehen.

Zu Beginn lenkte Sven Wurster die Schritte der Lokalpolitiker zur Kirche am Markt (Foto 1). Da es keinen Umbau entlang der Seite des Gotteshaus für einen optisch attraktiveren Zugang zum Gehege geben wird, wurden zur Verbesserung neue Kirschbäume gepflanzt und marode Holzpoller ersetzt. Herwyn Ehlers vom Verein Pro Niendorfer Gehege regte an, zum 250-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 2019/20, öffentliche Gelder für eine Neugestaltung des Kirchenvorplatzes inklusive Gehege-Eingangsbereich einzuwerben.

Danach ging es weiter zum neuen Ort des Gedenkens mit der Info- Tafel, die an die ehemaligen Berenberg- Gossler-Villa im Gehege und damit der Historie des Waldes erinnert (Foto 2). Das nächste Rundgang- Thema betraf den Rückschnitt und die Baumpflege innerhalb des An- und Abflug-Korridors im Gehege. „Hier bin ich sehr froh, dass diese Arbeiten nun in der Hand des Bezirksamt Eimsbüttel liegen und von der Revierförsterei beaufsichtigt werden. Wir gehen besonders sanft vor, lassen nur ausgebildete Baumkletterer ans Werk – um das Gehege nachhaltig zu schützen“, so der Förster.

Als wunderbaren Höhepunkt der kleinen Tour empfand er die Neuerungen am Lokstedter Holt 46 (Foto 3). „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, so Sven Wurster an dieser Stelle zu den Lokalpolitikern. Im August wurden die dortigen Baracken rückgebaut, die komplette Fläche entsiegelt. Schon jetzt hat sich die Natur die Lichtung zurückerobert. Abgerissen wird bald auch das alte Heizhaus, das bis zu ihrem Auszug noch von den NTSV-Laienspielern genutzt wird.

Gleichzeitig mahnte der Förster an, weiterhin das Gehege vor Fremdeinwirkungen zu schützen. Denn seit kurzem befinde sich eine Wiese südlich der Straßen Am Ree und Hirschsprung im Eigentum der Stadt Hamburg. „Diese Fläche bietet als naturnahe Verbindung zwischen zwei Waldstücken viel Potential. Eine Bebauung darf dort kein Thema sein“, mahnte Wurster.

Gleichzeitig dankt er den Regionalpolitikern für ihr Engagement über zwei Legislaturperioden hinweg: „Das war ein weitsichtiges Konzept, das unser Gehege ex-trem gestärkt hat.“

Eine Daueraufgabe sei für ihn weiterhin die Wegesanierung im Wald. Einige Pfade konnten – auch dank Spenden von Pro Niendorfer Gehege – instandgesetzt werden. Andere offenbaren gerade nach Regenwetter ihre Anfälligkeit – und sind die durch Ausspülungen entstandenen Furchen (Foto 4) eine Gefahr für die Besucher des Geheges. Wurster: „Dieses Problem wird uns noch eine Weile begleiten.“ moe

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