Zwölfeinhalb Meter

Der erste Teil des Schnelsener Lärmschutzdeckels steht

Archiv| Views: 194

Mehr als 100 000 Autos rollen täglich über die A7. In zweieinhalb Jahren sollen diese Blechlawinen weder zu sehen noch zu hören sein. In Altona, Stellingen und Schnelsen werden künftig drei Lärmschutzdeckel den Autobahn-Anrainern wieder mehr Lebensqualität bescheren. In Schnelsen sind jetzt die ersten zwölfeinhalb Meter des insgesamt 550 Meter langen Abschnitts überdacht.

 

„Seit 25 Jahren reden wir über den Deckel, jetzt ist das erste Stück wirklich fertig. Das ist ein wahrhaft historisches Teilergebnis“, betont Gerhard Fuchs, Verkehrskoordinator der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Nun soll es Schlag auf Schlag gehen. Wenn alles weiterhin nach Plan laufe, so Fuchs, „kommen nun jede Woche rund 25 Meter Deckel hinzu“.

Bereits Ende 2016 könnte der Rohbau der westlichen Tunnelröhre fertiggestellt und der Verkehr ab Mitte 2017 in beide Richtungen hindurch geführt werden.  Dann wird auf der anderen Seite weitergebaut. Für die Fertigstellung des kompletten Deckels haben die Verantwortlichen Ende 2018 ins Auge gefasst.

Spezialbeton

Insgesamt werden für den Schnelsener Deckel 5000 Tonnen Stahl und 33 000 Kubikmeter Beton verbaut. „Verwendet wird ein spezieller Faserbeton, der eigens für dieses Bauprojekt entwickelt wurde und besondere brandschutztechnische Eigenschaften hat“, erläutert Fuchs. Bedeutet: Im Falle eines Feuers verglühen die Fasern, verschaffen dabei dem Beton genügend Raum, um sich auszudehnen, und verhindern so, dass die Konstruktion platzt.

„Es ist ein wirklich gutes Gefühl, auf dem Deckel zu stehen“, schwärmte auch Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) beim Orts- termin. Das Jahrhundert-Projekt verbände Stadtteile und entlaste sie von Lärm und  Emissionen.

In der Tat ist es wohl die Vision eines grünen, geeinten Stadtteils, welche die Schnelsener Baulärm und Behinderungen aushalten lässt.  Anwohner, die seit knapp 40 Jahren einem ständigen Verkehrslärm ausgesetzt sind, werden dann einen Park direkt vor der Haustür haben. Auch Schrebergärten werden dorthin verlagert und schaffen so andernorts Platz für viele neue Wohnungen.

Bis es soweit ist, müssen die Schnelsener allerdings noch viel Geduld aufbringen. Gerade erst musste die A7 am vergangenen Wochenende zwischen Stellingen und dem Dreieck-Nordwest für 55 Stunden voll gesperrt werden (siehe Seite 3), da steht von Sonnabend, 17. September, 22 Uhr, bis Sonntag, 18. September, 9 Uhr, zwischen den Anschlussstellen Schnelsen und Quickborn bereits die nächste Sperrung an. Hinzu kommen zahlreiche Baustellen und gesperrte Straßen sowohl in Schnelsen als auch den umliegenden Stadtteilen. cs

Comments are closed.