Michael Burkard Foto: kn

Nicht einsam sondern gemeinsam!

Im Interview: Michael Burkard, Vorsitzender des SoVD Ortsverbandes Niendorf/Schnelsen

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Der Sozialverband  Deutschland (SoVD) ist einer der größten Verbände der Bundesrepublik. Er setzt sich für Behinderte, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, ältere und sozial benachteiligte Menschen ein. Allein in Hamburg zählt er 19 000 Mitglieder. Michael Burkard (64) ist seit Februar 1.Vorsitzender des Ortsverbands Niendorf und Schnelsen, der rund 660 Mitgliedern zählt. Redakteurin Katrin Neumann interviewte den gebürtigen Niendorfer, der sich auch für die Behindertenhilfe einsetzt.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Burkard, erklären Sie uns, was der SoVD ist.

Michael Burkard: Gegen Ende des ersten Weltkriegs gründete sich 1917 in Berlin der ‚Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten’, der 1918 in den ‚Reichsbund’ umbenannt wurde. Damals litten viele Menschen unter den Folgen des Weltenbrandes. Da der Sozialstaat in Deutschland noch nicht so ausgeprägt war, half der Reichsbund Menschen, die in Not waren. Mittlerweile hat sich unser Verband, der 1999 in den SoVD überging, zu einer modernen Organisation weiterentwickelt, die sich erfolgreich für soziale Gerechtigkeit in unserem Land einsetzt. Mit rund 560 000 Mitgliedern sind wir eine starke Gemeinschaft.

 

NW: Was  sind derzeit Themen, die Sie in Niendorf und Schnelsen beschäftigen?

Burkard: Wir möchten Barrieren abbauen, die behinderte Menschen einschränken. In Niendorf Nord wurde die Behinderten-Toilette entfernt. Über unseren Landesverband setzen wir uns für den Rückbau ein. 

 

NW: Welche Angebote bieten Sie vor Ort in Ihren Sprechstunden an?

Burkard: Ganz viele. Werner Finck (74), ein ehrenamtlicher Rechts­berater   und ich helfen z.B. beim Schwerbehinder- ten­antrag weiter, geben Tipps zum Thema Grundsicherung im Alter oder Erwerbsminderung. Wir bieten eine kostenlose Erstberatung in allen sozia- len Belangen an. Hilfe steht bei uns im Vordergrund, auch für Nichtmitglieder.

NW: Gibt es auch junge Menschen, die sich für den SoVD engagieren?

Burkard: Leider nicht so viele. Das möchten wir aber ändern. Denn gerade junge Menschen können ihre Hilfe unbürokratisch einsetzen, wo Unterstützung benötigt wird. Denn zu helfen ist ein tolles Gefühl. Gleichzeitig kann man  so in den SoVD reinschnuppern und sich später mehr engagieren. Ehrenamtliche sind bei uns im Ortsverband immer willkommen!

 

NW: Welches aktuelle Thema Ihres Verbandes beschäftigt Sie gerade?

Burkard: Altersarmut ist ein großes Thema. Sie schleicht sich in die gesellschaftliche Mitte, wenn das Rentenniveau weiter sinkt. Dagegen haben wir ein 10-Punkte-Sofort-Paket entwickelt, das wir dem Hamburger Senat vorgelegt haben.

NW: Was sollte getan werden, um noch mehr behinderten Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu geben?

Burkard: Wir fordern mehr Inklusionsmaßnahmen in den regulären Arbeitsmarkt, um auch Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben. Man darf nicht außer Acht lassen, dass man im Laufe seines Erwerbslebens selbst in die Situation geraten kann, nicht mehr in seinem gelernten Beruf arbeiten zu können. Hier ist die Solidarität der Wirtschaft noch mehr gefragt.

NW: Was ist ihr Leitgedanke, der Sie antreibt?

Burkard: Nicht einsam sondern gemeinsam. Am 27. September starten wir wieder zu einem Ausflug in den Hirschpark.

 

Wo und wann?

 

Kostenlose Erstberatung des SoVD: jeden 1. Do. im Monat, 10.30 bis 12.30 Uhr, Ex-Ortsamt, Garstedter Weg 13, Niendorf.  

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