Weggang sorgt für Entsetzen im Einkaufszentrum NNZ

Die Aldi-Filiale in der Einkaufspassage Niendorf Nord wird definitiv schließen

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Nach wochenlangen Gerüchten ist es nun offiziell: Aldi wird in der Einkaufspassage NNZ in Niendorf Nord schließen. Zeitgleich mit der Eröffnung der dann vergrößerten, modernen Filiale am Standort Schippelsweg im November wird der Discounter aus dem Untergeschoss des NNZ ausziehen.

 

Die Entscheidung zur Schließung wäre bewusst lange hinausgeschoben worden, da man sich der Verantwortung bezüglich der Nahversorgung am Standort bewusst sei, so die Antwort aus der Aldi-Zentrale auf Wochenblatt- Nachfrage. Letztlich sei aber der Standort zu unwirtschaftlich gewesen, hätte dem Aldi-Konzept mit breiteren Gängen und einheitlicher Optik keinen Spielraum gelassen.

Für die Gewerbeansässigen und die Bewohner der Kursana Residenz ist die Schließung ein Schock! „Das ist eine wirklich egoistische Marktwirtschaft“, so Irina und Klaus Unterberger, Inhaber des LTZ-Shops im NNZ. „Aldi ist ein wichtiges Zugpferd hier und setzt durch seinen Weggang neun geschäftliche Existenzen aufs Spiel. Das NNZ blickt in eine traurige Zukunft.“ Auch Ishak Ates vom Premium Bistro reagiert erbost: „Das ist doch kein Geschäftsgebaren. Hier gibt es viele treue Stammkunden und die werden einfach im Stich gelassen. Ich verstehe das Argument der Unwirtschaftlichkeit überhaupt nicht! Wenn die angeblich so viel Minus machen, hätten sie doch längst geschlossen.“

Weite Wege

Bärbel Eickhoff, Direktorin der Kursana Residenz, spricht von einem großen Einschnitt: „All die kleinen Geschäfte profitieren von dem Publikumsmagneten und natürlich auch die in der Kursana wohnenden Senioren. Für sie sind gerade in der kalten Jahreszeit die Wege zu einem anderen Supermarkt zu weit und auch schwierig.“

Immobilienverwalterin Katrin Gläsner ist sich der schwerwiegenden Problematik vor Ort bewusst. „In Absprache mit dem NNZ-Eigentümer werden wir uns natürlich für einen Nachfolger stark machen und für einen möglichst nahtlosen Übergang sorgen“, verspricht sie. „Wir werden das Gespräch mit allen Supermarkt- und Discount-Ketten suchen und einen neuen Mieter mit einem attraktiven Angebot für alle finden. Wir wollen uns verbessern“, sagt sie optimistisch.

Dafür sollen die rund 800 Quadratmeter große Fläche und beispielsweise auch der Lastenaufzug saniert werden. Katrin Gläsner: „Es handelt sich hier um eine wirklich gute Lage mit viel Kundenlauf und U-Bahn-Anbindung. Und es gibt einige gute Beispiele in Hamburg, dass ein Supermarkt in Kellerlage sehr gut funktioniert.“ moe

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