Landschaftsarchitekt Gottfried Neder zeigt, wo die aktuelle Baustelle für einen Durchgang zwischen Emil-Andresen-Straße und Döhrntwiete liegt Foto: kk

Grünzug Lokstedt aktiv mitgestalten

Ideen für Spielplätze, Wege und Parks können noch eingereicht werden

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Von der Vizelinstraße zur Julius-Vosseler-Straße, von der Stresemannallee bis zur  Lutherbuche reicht der Grünzug Lokstedt. Der Zuzug in diesem Gebiet war in den vergangenen Jahren enorm. Allein rund um die Emil-Andresen-Straße kam es zu einer Verdopplung der Bevölkerung.

 

Da die Menschen in Lokstedt nicht nur wohnen, sondern auch leben wollen, hat die Stadt Hamburg systematisch ein Handlungskonzept zur verbesserten Nutzung der Grünflächen erarbeitet.

In den ersten beiden Bauabschnitten standen die Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im Vordergrund. Am Rimbertweg ist ein eingezäunter, futuristischer Spielplatz mit Kleinkindbereich und Kletter-Parcours entstanden. Ausgesprochen kritisch wurde die Errichtung eines Bolzplatzes in den Max-Tau-Wiesen gesehen – bis hin zur Gründung einer Bürgerinitiative. Seitdem das Mini-Fußballfeld mit Tischtennisplatte und Slackline realisiert wurde, ist Ruhe eingekehrt. Kinder und Jugendliche nehmen das Angebot gern an, die übrigen Anwohner haben sich damit arrangiert, zumal der Großteil der Wiesen nicht angetastet wurde.

Alle in Bewegung

Auch Erwachsene nutzen Grünflächen nicht nur zum Spazierengehen. „Es scheint, eine Renaissance des öffentlichen Raums als Ort für private freizeitliche Tätigkeiten zu geben“, heißt es in einem Antrag der Grünen- und der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel. Zwischen Emil-Andresen-Straße und Döhrntwiete wird derzeit nicht nur ein Durchgang geschaffen, er wird auch durch „wegbegleitende Kletterfunktionen“ ergänzt, verriet Gottfried Neder, einer der beauftragten Landschaftsarchitekten. Als Nächstes steht die Modernisierung des Lohbekparks inklusive der Spiel- und Aufenthaltsflächen an. Ob der kleine Spielplatz am Grandweg/Ecke Vogt-Wells-Straße, der momentan auch Hunden als Auslauffläche dient, aufgewertet werden oder aufgrund der starken Lärmbelastung anders genutzt werden soll, wird noch diskutiert.

Eingebettet in die Natur ist der zunächst umstrittene Bolzplatz nun eine willkommene Abwechslung Fotos: kk

In zwei Ortsterminen forderte die Abteilung Stadtgrün zusammen mit Neders Landschaftsarchitekturbüro Outside zum Einbringen von Ideen und Wünschen für den Grünzug Lokstedt auf.

           

Ideen sind gefragt

 

„Wir sind ganz bewusst mit leerem Papier gekommen“, sagte Karin Spreckelsen, Leiterin der Abteilung Stadtgrün. „Dass Beteiligung ausdrücklich erwünscht ist, halte ich nicht für selbstverständlich“, lobte die Lokstedterin Kathleen Bartels, die als zweifache Mutter ein besonderes Interesse an den Grünflächen in ihrer Nachbarschaft hat. Mehrfach wurde von den übrigen Teilnehmern gefordert, so viele Bäume wie möglich zu erhalten und die Flächen so natürlich wie möglich zu belassen. Auch Trimm-Dich-Pfade und abgegrenzte Spielflächen für Kleinkinder lagen vielen am Herzen. Bei der Frage, ob Grillen in den Lokstedter Grünflächen erlaubt werden soll, gingen die Meinungen gewohnt weit auseinander.

Budget immer im Blick

Manche Ideen wurden zwar notiert, aber auch umgehend als „nicht umsetzbar“ eingestuft. „Natürlich wäre es schön, auf allen Spielplätzen Wasserlandschaften anzubieten“, räumte Spreckelsen ein. „Wenn jedoch kein Wasseranschluss vorhanden ist, sprengt die Erschließung den finanziellen Rahmen.“ Ein Lehm-Backofen sei auf einem öffentlichen Spielplatz schlicht zu gefährlich. Wünsche, beliebte Spielmöglichkeiten – sei es Fußballfeld, Basketballplatz oder Piratenschiff – zu erhalten, unterstützt Spreckelsen umso lieber: „Was funktioniert, tasten wir nicht an.“ Ausnahme: Das (bereits vermisste) halbrunde Karussell aus dem Lohbekpark wurde abgebaut, um es zwischen Emil-Andresen-Straße, Max-Tau-Straße und Julius-Vosseler-Straße zusammen mit einem zweiten wieder aufzustellen. „So wollen wir gerade für Jugendliche eine spannende  Kommunikations- und Rückzugsmöglichkeit schaffen“, erklärte Gottfried Neder. Wer sich an der Neugestaltung des Grünzugs Lokstedt aktiv beteiligen möchte, kann seine Vorschläge noch bis zum 5. September perMail an mr@eimsbuettel.hamburg.de schicken. kk

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