Der Verkehrsknotenpunkt Siemersplatz soll eine U-Bahnstation bekommen Foto: cs

Lokstedts Zentrum stärken

Letzter Teil des Gesprächs mit Kay Gätgens, Eimsbüttels Wirtschafts-, Bau- und Umweltdezernent

Archiv| Views: 219

Im vierten Teil seines Interviews mit dem Niendorfer Wochenblatt widmet sich Kay Gätgens, seit Januar Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Eimsbüttel, Lokstedter Themen.

 

Niendorfer Wochenblatt: In Lokstedt sind viele Neubauten entstanden. Was macht den Stadtteil Ihrer Meinung nach aus?

Kay Gätgens: Lokstedt gehört nach wie vor zu den stark wachsenden Stadtteilen. In den letzten 15 Jahren ist die Einwohnerzahl um rund zehn Prozent gestiegen. Man ist einerseits schnell im urbanen Kerngebiet und  andererseits sind vielfältige und  attraktive Grün– und Freizeitflächen auch sehr nah. Das macht die Standortqualität aus und deswegen wollen auch so viele Menschen nach Lokstedt ziehen.

 

NW: Auch viele Geflüchtete gehören zu den Neu-Lokstedtern.

Gätgens: Ich habe den Eindruck, dass die vielen neu hinzugezogenen und die „alteingesessenen“ Lokstedter gut zueinander gefunden haben. Das gute Miteinander und die Integrationskraft zeigt sich auch beim Umgang mit den Flüchtlingsunterkünften. Hier ist ein breites ehrenamtliches Engagement festzustellen.

 

Kay Gätgens, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Eimsbüttel Foto: BA Eimsbüttel

NW: Viele Lokstedter beklagen allerdings das Fehlen eines Stadtteil-Herzens …

Gätgens: Das Bezirksamt hat nach wie vor sehr großes Interesse, zur Stärkung des Lokstedter Zentrums den Bereich am Behrmannplatz zu entwickeln. Den Kontakt zu den Grundeigentümern lassen wir nicht abbrechen. Die Entwicklung ist allerdings von dem Interesse und den Möglichkeiten der Eigentümer abhängig.

 

NW: Dies scheint ja zu stagnieren. Gibt es einen Ausweich- Standort?

Gätgens: Alternative Überlegungen für ein Lokstedter Zentrum bestehen nicht.

 

NW: Ab 2021 soll mit dem Bau der U-Bahnlinie U5 begonnen werden, an die auch Lokstedt angebunden werden soll. Wie ist der Planungsstand?

Gätgens: Die U5 zum Siemersplatz ist ein wichtiger Baustein für die langfristige Entwicklung Lokstedts und des Bezirks. Konkrete Planungen liegen aber noch nicht vor. Für die Strecke zwischen City Nord und Siemers-
platz läuft derzeit eine Machbarkeitsstudie. Über die Ergebnisse wird der Senat die Bürgerschaft voraussichtlich 2017 unterrichten. Danach werden sich die konkretisierenden Planungen anschließen. Eine angemessene Öffentlichkeitsbeteiligung sollte hier vorausgesetzt werden.

 

NW: Der Verkehrsknotenpunkt Siemersplatz stand bei den Umbaumaßnahmen für die Busbeschleunigung bei vielen Lokstedtern in heftiger Kritik. Wie schätzen Sie die Situation heute ein?

Gätgens: Sicherlich waren der Umbau und die erste Phase der Nutzung eine ziemliche Herausforderung für die Anwohner, Gewerbetreibenden und Verkehrs-
teilnehmer. Inzwischen hat sich meines Erachtens aber alles zurecht geruckelt und ich finde, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Insgesamt wurde die Situation für alle Verkehrsteilnehmer verbessert. Insbesondere möchte ich auch die Gestaltung der Flächen vor den Geschäften an der Post sowie die ansprechend bepflanzten Beetflächen hervorheben.

 

Gespräch: Miriam Flüß

Comments are closed.