A7-Baustelle Der Schnelsener Autobahndeckel wird den Stadtteil nachhaltig verändern Foto: cs

Neue Qualitäten für Schnelsen

Teil 3: Eimsbüttels Wirtschafts-, Bau- und Umweltdezernent Kay Gätgens im Gespräch

Archiv| Views: 237

Im dritten Teil seines Interviews mit dem Niendorfer Wochenblatt widmet sich Kay Gätgens, seit Januar Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Eimsbüttel, wichtigen Schnelsener Themen.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Gätgens, Schnelsen ist ein Stadtteil im Wandel. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Entwicklungen?

Kay Gätgens: Die wichtigste Entwicklung ist sicherlich der Bau des A7-Deckels, der 2018 fertig sein soll.  Schnelsen war durch die Autobahn jahrelang in zwei Teile geteilt. Nun wächst wieder zusammen, was zusammengehört. Auch die Parkanlage, die 2020 auf dem Autobahndeckel eröffnet werden soll, wird den Ortskern, das Zentrum, weiter stärken.

 

NW: Apropos Ortskern: Gibt es Planungen im Zuge des A7-Ausbaus auch die Frohmestraße aufzuwerten, wie es von vielen Anwohnern und Geschäftsleuten vor Ort gewünscht wird?

Gätgens: Falls Sie auf die Einrichtung eines BID nach Niendorfer Vorbild anspielen – dies muss von den Akteuren vor Ort selbst angestoßen werden. Dann sind wir von der Verwaltung gerne unterstützend dabei. Konkrete Planungen unsererseits gibt es derzeit nicht.

 

Kay Gätgens Foto: NW

NW: Ein weiteres wichtiges Thema, das Schnelsen derzeit bewegt, ist sicherlich die geplante S-Bahn-Anbindung durch die Verlängerung der der S21 bis nach Kaltenkirchen

Gätgens: In  der Tat. Das Planfeststellungsverfahren läuft bereits. Es sieht also gut aus, dass die Schnelsener bereits ab 2020 mit der S-Bahn in 15- bis 20-Minuten-Takt ohne Umsteigen in die Innenstadt fahren können.

 

NW: Was bedeutet das für den Stadtteil?

Gätgens: Der Standort wird immens gestärkt. In unserem Bezirklichen Entwicklungsplan Eimsbüttel 2040 spielt Schnelsen deshalb eine wichtige Rolle. Besonders um den Bahnhof Schnelsen herum, wo sich derzeit vereinzelte Gewerbebetriebe, Parkplätze und Freiflächen finden, kann man sich Wohnungsbau gut vorstellen.

 

NW: Können Sie weitere, erwähnenswerte Bauprojekte der nahen Zukunft nennen?

Gätgens: Am Hogenfelder Kamp entwickelt das Albertinen Krankenhaus derzeit mit einer Tochtergesellschaft ein neues Quartier u.a. mit  Mitarbeiterwohnungen und altersgerechten Wohnungsbau. Rund 30 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert sein.

An der Holsteiner Chaussee gegenüber des Restaurants Champs soll außerdem der neue B-Plan Schnelsen 88 ausgewiesen werden – ein Projekt mit Pilotcharakter. Zurzeit sind dort noch Obdachlose in Wohncontainern untergebracht. Für sie sollen dort feste Unterkünfte, also normale Wohnungen entstehen. Auf einem zweiten Teil der Fläche sind zudem Wohnungen für Flüchtlinge geplant.

 

NW: Der historische, denkmalgeschützte Sassenhof am Schleswiger Damm steht seit Jahren leer. Gibt es aktuelle Pläne für das Gebäude?

Gätgens: Die Verwaltung hat ein großes Interesse, den Sassenhof zu halten. Seit 15 Jahren versuchen wir, dem Hof eine neue Nutzung zukommen zu lassen und den historischen Kern gleichzeitig zu erhalten. Seitdem gab es dafür aber keine passenden Konzepte. Deswegen haben wir das B-Plan-Verfahren eingestellt.      

Gespräch: Christina Sluga

Comments are closed.