Eng wird es für die Feuerwehr auch im zugeparkten Geroweg in Niendorf Foto: mf

Hier gefährden Parksünder Leben

Feuerwehr Niendorf und Polizeioberkommissar klären bei Revierfahrt auf

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Minuten können lebensrettend sein bei Feuerwehreinsätzen. Entscheidende Zeit geht jedoch häufig verloren, weil Löschzüge nicht an falsch geparkten Fahrzeugen vorbeikommen. Auf ihrer Revierfahrt machte die Freiwillige Feuerwehr Niendorf auf dieses Problem aufmerksam.

 

Zusammen mit Polizeioberkommissar Peter Gembora ging es am 29. Juli mit Löschfahrzeug und Peterwagen durch einige enge Niendorfer Straßen und Sackgassen, in denen es regelmäßig zu Engpässen kommt wie Geroweg, Thüreystraße, die „kleine“ Paul-Sorge-Straße 141, Hildesheimer Weg und Harzburger Weg. „Wir schaffen es, in drei bis fünf Minuten auszurücken“, erzählt Feuerwehrmann Tobias Höppner am Steuer des Löschfahrzeuges. Wenn Autos zu dicht oder im Halteverbot geparkt sind, kann es dann trotzdem lange dauern, bis der Einsatzort erreicht ist: „So vergehen wertvolle Minuten, wenn Mutter und Kind in einer brennenden Wohnung am Fenster stehen“, erklärt Peter Gembora. „In einer komplett verrauchten Wohnung hat man nur drei Atemzüge, bevor man das Bewusstsein verliert“, ergänzt Höppner. Mit dem 2,50 Meter breiten und 13,5 Tonnen schweren Löschzug muss Tobias Höppner durch die Straßen navigieren. „Bei einem Einsatz sind es mindestens fünf solcher Lösch-
fahrzeuge, hinzu kann noch eine Drehleiter mit großem Radius kommen. Das ist vielen gar nicht bewusst“, erklärt er. Gerade im Wagrierweg kommt Höppner „regelmäßig ins Schwitzen“.


Bis zu 150 Einsätze

In dem dicht besiedelten Quartier muss die Niendorfer Feuerwehr, die 120 bis 150 Einsätze pro Jahr fährt, regelmäßig anrücken. Beidseitig geparkte Fahrzeuge, viele davon Lieferwagen oder Wohnmobile und nicht eingeklappte Spiegel machen die Anfahrt (zu) oft schwer.

Für Falschparker gab es Verwarnungen von Polizeioberkommissar Peter Gembora Foto: mf

Wenn das Durchkommen auf der Revierfahrt ganz schwierig wird, stellen Höppner und Gembora das Blaulicht an. Die Reaktionen der daraufhin eilig aus den Häusern strömenden Anwohner sind gemischt: „Wieso, das passt doch!“ findet ein Anwohner im Harzburger Weg, während die Anrainer im Geroweg froh über diese hautnahe Demonstration sind: „Wir wollen ja auch, dass die Feuerwehr durchkommt, wenn etwas passiert.“ Insgesamt, da ist sich Tobias Höppner sicher, „steckt aber keine Boshaftigkeit sondern meistens Gedankenlosigkeit“ hinter dem widerrechtlichen oder behindernden Parken. 20 Euro kosten die Fahrzeughalter die Verwarnungen, die Peter Gembora zusammen mit einem Flyer hinter die Scheibenwischer klemmt. 60 Euro Bußgeld werden für einen Fahrer im Hildesheimer Weg fällig, an dessen Auto die Feuerwehr gar nicht vorbei kommt. mf

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