Die Baracken im Lokstedter Holt sollen dem Wald Platz machen Foto: mf

Der Wald soll seine Kinder großziehen

Der Rückbau im Lokstedter Holt 46 hat begonnen

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Seit dem 1. August haben im Lokstedter Holt 46 im Niendorfer Gehege die Abbruchmaßnahmen der Baracken begonnen. Die Fläche soll als Teil des Konzeptes „Wie geht es weiter im Niendorfer Gehege?“ entsiegelt und dem Wald zurückgegeben werden.

 

„Eine versiegelte Fläche der Natur zurückzugeben ist ein einmaliger und vorbildlicher Schritt zurück“, freut sich Revierförster Sven Wurster. Ab Herbst sollen hier zwar einzelne Bäume gepflanzt werden, im Wesentlichen möchte der Förster aber die Natur arbeiten lassen. „Ich möchte nur behutsam steuernd eingreifen. Die Eiche und die Buche hier auf dem Grundstück werden Eicheln und Bucheckern abwerfen. Der Wald wird so seine Kinder selber groß ziehen.“ Rehe, so beobachtet Wurster, haben die Fläche bereits als Rückzugsort für sich entdeckt.

Möchte die Natur sich selbst überlassen: Revierförster Sven Wurster Foto: mf

Die Baracken, die während des Zweiten Weltkrieges errichtet wurden, wurden in den vergangenen 70 Jahren unterschiedlich genutzt. Hier residierte unter anderem auch die Sonder-/Förderschule Lokstedter Holt. In den vergangenen 20 Jahren wurden die Gebäude von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) für die Verwaltung und Waldschule genutzt. Letztere ist bereits am 1. Januar 2015 auf das Försterei-Gelände im Bondenwald 108 gezogen, die Waldjugend hat ihre Tätigkeit aufgrund mangelnder räumlicher Alternativen eingestellt.


Die Vorgeschichte

Der Rückbau der Baracken ist ein weiterer Schritt des Beschlusses „Wie geht es weiter im Niendorfer Gehege?“ der Bezirksversammlung aus dem Jahr 2011.  Maßgeblich beteiligt haben sich daran Marc Schemmel (SPD) und Susanne Egbers (GAL). Planungen des SDW, anstelle der Baracken ein „Haus des Waldes“ zu bauen, wurden 2010 durch ein Bürgerbegehren gestoppt. Ein neues Schulungszentrum konnte aufgrund der im Bebauungsplan „Niendorf 70“ ausgewiesenen „Fläche für Forstwirtschaft“ nicht umgesetzt werden.

 

„Rückbau ist ganz wichtig“

 

Um den „Interessen des Waldes eine institutionelle Vertretung zur Seite zu stellen“, so Susanne Egbers, gründete sich der Verein Pro Niendorfer Gehege, dessen Vorsitzende Egbers ist. „Der Rückbau ist ein wichtiger und deutlich sichtbarer Meilenstein auf dem Weg, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und gerade auch am Rande des Geheges klar zu zeigen, dass das Gesamtensemble Wald möglichst von waldfremder Bebauung frei gehalten werden soll“, freut sich Egbers. „Dass für das Gehege hier weitere Naturflächen zurückgewonnen werden können ist eine tolle Nachricht für unseren Bezirkswald“, zeigt sich auch Marc Schemmel erfreut. „Ein großer Dank gebührt Sven Wurster und seinem Team und den vielen Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen für das Niendorfer Gehege engagieren.“ mf

 

Das hat sich getan

 

Im Rahmen des Beschlusses „Wie geht es weiter im Niendorfer Gehege?“ entstanden außerdem neue Naturflächen mit insgesamt elf Teichen, die Sanierung des Gebäudes Niendorfer Gehege 27 für Pfadfinderinnen, die Umsetzung des Baumschnittkonzeptes vom Flughafen, Nutzungsüberlegungen für die Mutzenbecher Villa und die Entsiegelung des ehemaligen SDW-Betriebshofes und Heizungshauses im Lokstedter Holt. Außerdem konnten neue Spielgeräte und Bänke finanziert werden. 

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