Die Mitte des Tibargs soll neu gestaltet werden und ist damit auch für Kay Gätgens eins der wichtigsten Zukunftsthemen für die Niendorfer Einkaufsmeile Foto: moe

Das Paradebeispiel Tibarg

Teil 2: Eimsbüttels Wirtschafts-, Bau- und Umweltdezernent Kay Gätgens im Gespräch

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Niendorfer Wochenblatt: Immer wieder kommt in Niendorf das Thema Wohnraumverdichtung auf. Wie gehen Sie damit um?

Kay Gätgens: Anfragen für mehr Wohnraumverdichtung durch rückwärtige Bebauung stehen wir natürlich positiv gegenüber, da wir Wohnungen brauchen. Aber da gehen wir nicht mit der Axt durch den Wald. So haben unsere Recherchen ergeben, dass es zwei Gebiete in Niendorf gibt, die sich besonders für rückwärtige Bebauung eignen und von privaten Grundeigentümern auch gewünscht wurde – am Kopischweg und östlich der Paul- Sorge-Straße. Doch da sich die Mehrzahl der Anwohner nicht eindeutig dafür und im anderen Fall sogar dagegen aussprach, wurde das ad acta gelegt. Doch der Entwicklungsdruck ist groß und wir müssen reagieren. Grundsätzlich finde ich, dass gerade in der Nähe von U-Bahnhöfen und den Zentren Mehrfamilien- statt Einfamilienhäuser ihren Platz finden müssen.

 

NW: Ein großes Thema ist auch der mögliche Weggang des Unternehmens Tom Tailor aus Niendorf aufgrund Platzmangels?

Gätgens: Es ist unser absolutes Ziel, Tom Tailor mit seinen Arbeitsplätzen am Standort am Garstedter Weg zu halten und dabei das Unternehmen mit seiner gewünschten Ausweitung zu unterstützen. Platz ist genug da.

 

NW: Immer wieder gibt es im Stadtteil Kritik an der mangelnden städtischen Pflege von Grünbereichen, die Ihrem Dezernat untersteht …

Gätgens: Unser Fokus liegt auf den Themen Entmüllung, Erhaltung der Verkehrssicherheit und Sauberkeit auf den Spielplätzen. Wir haben nun mal begrenzte Ressourcen und versuchen, damit zu haushalten. Aus meiner Sicht managen wir das gut. Aber natürlich kann es sein, dass der eine oder andere  Bürger das nicht als ausreichend empfindet. Bei konkreten Vorkommnissen sollten sie sich an das Fachamt Management des öffentlichen Raums im Bezirksamt Eimsbüttel wenden.

 

Kay Gätgens Foto: NW

NW: Was erhoffen Sie sich von der zukünftigen Gestaltung des aktuell diskutierten Bereichs zwischen ehemaligem Ortsamt und Lippertscher Villa?

Gätgens: Das ist ein enorm wichtiger Prozess für die weitere Stärkung und Entwicklung des Tibargs, bei dem sich jeder einbringen kann. Der Planungsworkshop im Mai sowie die Veranstaltung der AG Tibarg im Juli waren sehr ermutigend und inspirierend. Nach dem Sommer  werden wir ein erstes Entwicklungskonzept vorstellen. Als Bezirks- amt kämpfen wir dafür, dass gewachsene Zentren wie der Tibarg auch in Zukunft ihre Bedeutung haben und  sogar  ausbauen. Der Tibarg spielt schon heute mit seiner außerordentlich hohen Stadtteilbindung, den sehr hohen Passantenfrequenzen und dem beispielhaften Erfolgen des BIDs in der oberen Liga der Hamburger  Stadtteilzentren mit. Das ist eine gute Basis für die Zukunftsfähigkeit.

 

NW: Doch das Parken bleibt am Tibarg ein sensibles Thema?

Gätgens: Nach meiner Erfahrung finden sich genug Möglichkeiten rund um den Tibarg. Darüber hinaus wird die Flüchtlingsunterkunft auf der Parkplatzfläche an der Paul-Sorge-Straße kein Dauerzustand bleiben. Wir haben auch die Probleme Sauberkeit und Helligkeit der Parkpalette am Niendorfer Kirchenweg im Blick.  Gespräch: Claudia Möller

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