Kay Gätgens Foto: NW

„Wir müssen neue Wege gehen!“

Eimsbüttels Wirtschafts-, Bau- und Umweltdezernent Kay Gätgens im Interview (Teil I)

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Er ist seit Januar der neue Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Eimsbüttel und will mit seinen 220 Mitarbeitern in vier Fach- ämtern die Zukunft in den Stadtteilen gestalten. Das Niendorfer Wochenblatt traf Kay Gätgens zum Interview, sprach mit ihm über seine Pläne, Ideen und Visionen. Im heutigen ersten Teil geht es allgemein um seine Bestrebungen für den Bezirk Eimsbüttel. In den kommenden Ausgaben äußert sich der Dezernent zu spezifischen Fragen, die Niendorf, Schnelsen und Lokstedt betreffen.

 

Niendorfer Wochenblatt: Als kleinster Hamburger Bezirk ist Eimsbüttel am dichtesten besiedelt. Das stellt Sie vor viele Herausforderungen?

Kay Gätgens: Eimsbüttel ist ein enorm attraktiver Bezirk, wo viele Menschen wohnen und leben wollen. Auch die zukünftige Situation der Flüchtlinge muss mit einbezogen werden. Um vorbereitet zu sein, müssen wir langfristig planen. Dabei geht es nicht nur um den Bau von Wohnungen. Auch Arbeitsstätten und die Infrastruktur ist davon betroffen. Deswegen bringen wir, Eimsbüttel 2040’ als bezirklichen Entwicklungsplan voran, der aufzeigen soll, wo und wie Eimsbüttel sich in den nächsten 20 bis 25 Jahren entwickeln kann.

Wichtig ist, dass bei allem Kommenden das Grün im Bezirk erhalten bleibt. So müssen ganz besonders die grünen Ringe und Landschaftsachsen mit Feldmark, Niendorfer Gehege, Stellinger Schweiz geschützt werden.

 

NW: Was liegt Ihnen noch persönlich am Herzen?

Gätgens: Ganz klar das Miteinander. Deswegen setzen wir bei Neuvorhaben auf Bürgerbeteiligung. Denn beim entwickeln neuer Formate und Wege sollte man sich auf Augenhöhe und wertschätzend begegnen. Manchmal dauert dadurch der Prozess länger – aber die Ergebnisse sind tragbarer und belastbarer.

NW: Neben dem Wohnen ist auch der Verkehr ein großes Thema?

Gätgens: Ja, wir dürfen nicht immer nur über fehlende Parkplätze diskutieren. So viele werden wir davon in Zukunft gar nicht mehr brauchen. Wir müssen darüber hinausdenken. Denn in der Mobilität der Zukunft wird das eigene Auto keine so übergeordnete Rolle mehr spielen. Der ÖPNV und das Radfahren werden weiter an Bedeutung gewinnen. Das ist auch der richtige Weg, damit unsere Luft sauberer wird.

 

NW: Welche Projekte sind für die Zukunft sehr wichtig?

Gätgens: Das sind die großen Infrastrukturprojekte, die unsere Stadtteile positiv verändern werden: Der Bau der A7-Deckel, die S 21 Schnelsen, die ab 2020 auf der AKN-Trasse fahren wird und die geplante U5, die nach jetzigem Kenntnisstand über den Siemersplatz gehen soll.

 

NW: Auch beim Thema Wirtschaftsansiedlung gehen Sie neue Wege?

Gätgens: Ja, zum Beispiel mit der Schaffung von Standorten wie dem Gewerbe- und Handwerkerhof am Offakamp, wo sich viele Betriebe bündeln und nicht großflächig sondern in die Höhe gebaut wird. Und natürlich sind wir bemüht, solche großen Unternehmen wie Beiersdorf, NXP oder Tom Tailor in ihrem Entwicklungsbedarf zu unterstützen und zu stärken. Außerdem haben wir mit dem nun schon zweiten BID auf dem Tibarg ein Vorzeigeprojekt im Bezirk, das wegweisend ist.

Gespräch: Christina Sluga und Claudia Möller

 

Zur Person

 

Während seiner Lehre zum Betonbauer, arbeitete Kay Gätgens beim Bau der U- Bahn auf dem Tibarg mit. Ein Studium für Architektur und Stadtplanung folgte. Bis 2001 engagierte sich der gebürtige Schnelsener und Familienvater auch in der Kommunalpolitik im Ortsausschuss Lokstedt für die SPD. Im Januar 2016 übernahm der frühere Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Eimsbüttel das Dezernat für Wirt-schaft, Bauen und Umwelt.

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