Schnelsen 88 Statt des Pavillondorfes sollen hier bald Festbauten stehen Foto: cs

Bürger sind besorgt

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Ein neues Bebauungsplan-Verfahren sorgt im Schnelsener Stadtteil Burgwedel für Unmut. Konkret geht es um „Schnelsen 88“ und einstige Versprechungen seitens des Hamburger Senats und der Eimsbütteler Bezirksverwaltung, die nun mit der Aufstellung gebrochen würden.

Der Bebauungsplan „Schnelsen 88“ umfasst ein knapp drei Hektar großes Gebiet zwischen Holsteiner Chaussee, AKN- Bahntrasse und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Derzeit befindet sich auf der Fläche ein Pavillion-Dorf für Obdachlose. Außerdem wurden dort  im Rahmen des Notprogramms Con- tainer aufgestellt, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Dass soll sich nun ändern:  Die Stadt plant an dem Standort feste Wohnungen für beide Gruppen zu bauen, verantwortlich für die Umsetzung und den Betrieb zeichnet das städtische Unternehmen „Fördern und Wohnen“. Geplant ist eine fünfgeschossige Bebauung entlang der AKN-Trasse, zur Landesgrenze hin soll es zwei- bis viergeschossig werden. Insgesamt sollen dort auf diese Weise 150 dauerhafte Wohneinheiten entstehen. Das Problem: Das Pavillondorf war zuvor nur mit einer jeweils fünfjährigen Ausnahmegenehmigung errichtet worden, die seit 1993 immer wieder verlängert worden ist. In der Begründung zum B-Plan „Schnelsen 12“, der im Jahr 2000 festgestellt wurde, ist die betreffende Fläche an der Holsteiner Chaussee eigentlich explizit als Ausgleichsfläche für die Bebauung in Burgwedel mit den B-Plänen Schnelsen 12, 14, 33  und 72 genannt und zum Teil als private Grünfläche mit der Bestimmung Dauerkleingärten ausgewiesen. Mehr noch: „Eine Wohnbebauung kommt nicht in Betracht, der offene Landschaftsraum soll in seiner Qualität erhalten bzw. gestärkt werden“, heißt es in der Begründung. Und: „Darüber hinaus ist mit den Umlandgemeinden vereinbart worden,  dass entlang der Landesgrenze ein Streifen von jeglicher Bebauung freizuhalten ist.“„Auch den Schnelsener Bürgern wurde vom Senat und vom Bezirksamt Eimsbüttel bei der Errichtung des Dorfes ein Rückbau und die Überführung in die vorgesehene Nutzung als Grünfläche versprochen, wenn ein entsprechender Unterbringungsbedarf nicht mehr besteht“, berichtet Anwohner Christian Stolzenburg im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Als engagierter Schnelsener Bürger fühle er sich verschaukelt, wie Versprechen vom Tisch gewischt und gebrochen würden.

Weitere Kritikpunkte

Außerdem befürchten immer mehr Menschen in Burgwedel, dass durch „Schnelsen 88“ die Entstehung eines sozialen Brennpunkts riskiert werde. Zweifel bestehen, ob eine Integration der Bewohner ob der künftigen Struktur und Anzahl überhaupt möglich sein kann. Des Weiteren sei die fünfgeschossige Bauweise zu massiv und überrage zumeist sogar die Zentrumsbauten am Roman-Zeller-Platz. Auch das Fehlen von Parkplätzen wird bemängelt.Die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Niendorfer Wochenblatt wird weiter über das Thema berichten. cs

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