Im Container in der Papenreye hat Mehyar sein Atelier Foto: privat

Flüchtlinge stellen aus

MS Artville zeigt Kunst von Hadeel und Mehyar

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Im Kunst-Container in der ZEA Papenreye entstehen Kunstwerke, die ab dem 30. Juli auf der MS Artville in Wilhelmsburg zu sehen sind.

 

„Der Container ist wie mein Zuhause. Hier kann ich mich zurückziehen, malen und Musik hören“, erzählt Hadeel. Die 28jährige Künstlerin aus dem Irak malt hier durchlässig erscheinende Bilder mit Acrylfarben und viel Wasser. „Körper im Exil“ heißt ihre Serie, die sie auf dem renomierten Kunstfestival  ausstellt. Auch Werke ihrer Zwillingsschwester Adeel und von Mehyar aus Syrien sind dort zu sehen. Für den 35jährigen Mehyar ist der Atelier-Container ein wichtiger Rückzugsort. Der Asylantrag des Syrers wurde anerkannt, doch wann seine Frau und seine beiden Kinder nachkommen können, ist noch ungewiss. Das belastet Mehyar, der seit Oktober in der Papenreye lebt: „Seit einer Woche habe ich nicht mit meiner Familie gesprochen.“ Das künstlerische Schaffen ist für ihn und Hadeel, die in Bagdad eine Galerie hatte, ein Anker. Derzeit besuchen beide einen Kurs an der Hochschule für Bildende Kunst(HfBK) und wurden zusammen mit 18 weiteren Künstlern für das MS Artville Festival ausgewählt. Die Niendorfer Künstlerin Maiken Wetzels unterstützt sie: „In der Unterkunft ist so viel verschwendetes Talent, das muss sichtbar werden! Ein Raum wäre schön, um ihre Sachen zu zeigen.“ Aus dem künstlerischen Kontakt ist längst eine Freundschaft geworden. mf

Info: MS Artville, 30.7. – 13.8., Wilhelmsburg, Alte Schleuse 23, www.msartville.de

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