Die Betten in den Containern sollen ab Mitte Juli belegt werden Foto: mf

Kein Bewohner in Sicht

Die Zentrale Erstaufnahme Schmiedekoppel steht noch immer leer

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Seit mehreren Monaten steht die neue ZEA Schmiedekoppel leer, während wenige hundert Meter Luftlinie weiter Geflüchtete in der ZEA Papenreye in ehemaligen Tennishallen leben müssen. Ab Mitte Juli sollen nun endlich Menschen einziehen.

 

Ein Großteil der neuen Zentralen Erstaufnahmestelle (ZEA) Schmiedekoppel 29 / 30 in Niendorf ist seit Monaten bezugsfertig, das Personal des Betreibers Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) steht bereit (das Wochenblatt berichtete). Insgesamt 1800 Geflüchtete sollen hier einziehen. Spätestens Mitte Juli soll es laut Zentralem Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) mit einer Teilbelegung losgehen: „Es fehlen noch letzte behördliche Genehmigungen, die seitens des ZKF ordnungsgemäß eingereicht wurden“, erklärt ZKF-Sprecherin Christiane Kuhrt. Beim ASB ist man nicht so optimistisch: „Es scheint weitere Verzögerungen zu geben. Grund für den Verzug sind nach wie vor bauliche Maßnahmen“, so Pressesprecherin Petra Witt.

Michael Sander Foto: mf

Während die vergleichsweise komfortable Unterkunft leer steht, leben zum Teil seit bis zu acht Monaten noch immer 600 Geflüchtete in der nur einige hundert Meter entfernten ZEA Papenreye in ehemaligen Tennishallen. Betreiber ist auch hier der ASB. ASB-Geschäftsführer Michael Sander wünscht sich, dass Bewohner der Papenreye in die Schmiedkoppel umziehen und so in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Einfluss hat er darauf aber nicht. Für die Verteilung der Geflüchteten ist die Aufnahme- und Vergabestelle (AVS) von fördern und wohnen, Betreiber des Großteils der Hamburger Unterkünfte verantwortlich. „Grundsätzlich ist es so, dass die AVS Plätze nach Dringlichkeit vergibt. Der Umzug größerer Gruppen von einer Erstaufnahmeeinrichtung in eine andere ist eher ein Spezialfall“, erläutert Susanne Schwendtke von fördern und wohnen.

Schilda am Schutzwall?

„Ein bisschen nach Schilda riecht“ laut Rüdiger Kuhn (CDU) der Bau des Schutzwalls um Teile der ZEA Schmiedekoppel. Angrenzend zum Borndeel klafft eine Lücke in der Aufschüttung, weil hier alte Bäume stehen. „Eine Fällung ist nicht vorgesehen. Wir planen eine Alternative, zum Beispiel durch einen flexiblen Sichtschutz“, erklärt Christiane Kuhrt. Dies solle gemeinsam mit den Anwohnern geplant werden.

Bau Hagendeel

Nicht weit von der Schmiedekoppel sind auch die Bautätigkeiten für die Flüchtlingsunterkunft Hagendeel in vollem Gange, obwohl Anwohner hier ein noch offenes Gerichtsverfahren angestrengt haben. „Das Gericht hat die Bauvorbereitungen zugelassen“, so Kuhrt dazu. Außerdem würde es sich im Hagendeel um eine Folgeunterkunft handeln: „Während derzeit die Zahl der benötigten Plätze wegen der geringen Zuzugszahlen in den Erstaufnahme-Einrichtungen zurückgeht, braucht die Stadt jeden Platz in den Folgeunterkünften. Daher werden die Planungen für den Standort Hagendeel weiterverfolgt und realisiert.“

Auch nach Bezug der Schmiedekoppel soll die Papenreye bis Ende 2017 weitergenutzt werden. Zur Unterbringung von Geflüchteten sollen dann aber nur noch Container dienen, die Verwendung der Tennishalle würde derzeit geprüft und könnte demnächst die Kleiderkammer beherbergen. Auch die Wohncontainer mit Platz für 90 Menschen am Tibarg sollen bis Ende 2017 auf dem ehemaligen Park-and-Ride-Parkplatz verbleiben. mf

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