Vier von 20 der Ehrenamtlichen: Jeden Montag und Donnerstag wird in der Begegnungsstätte der Diakonie gekocht Foto: bk

Begegnungsstätte schließt

Doch die Ehrenamtlichen hätten gern in Niendorf weitergekocht

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Im weißen Haus Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Max-Zelck-Straße wird Ende des Monats das letzte Ein-Euro-Mittagessen gekocht. Nach den Sommerferien wird die Begegnungsstätte abgerissen.

Der evangelische Kirchenkreis benötigt das Grundstück für seinen Neubau, in dem die bisher auf verschiedene Standorte verteilte Verwaltung untergebracht werden soll. Von der Zusammenlegung verspricht ma n sich effektiveres und kostengünstigeres Arbeiten (wir berichteten).Für die im Obergeschoss des weißen Hauses untergebrachten Übergangswohnungen wurde eine Lösung gefunden, für die Ein-Euro-Küche im Erdgeschoss bisher nicht. Obwohl der Kirchenkreis schon seit Monaten auf der Suche ist, haben sich bisher alle Ideen wieder zerschlagen. Die Ehrenamtlichen sind traurig, dass der Betrieb nun in Niendorf zu Ende geht, und so mancher fühlt sich vom Kirchenkreis vergessen. Zwar hat der Kirchenkreis ein Ersatzprojekt angekündigt, aber Peter Zahn, der durchs Wochenblatt zur Begegnungsstätte kam, weiß nicht, was er davon halten soll.
„Es wird sicherlich kein angemessener Ersatz“, sagte er, „wir fühlen uns von der Kirche abgebügelt und hätten gern in Niendorf weitergekocht.“
Gerüchten zufolge könnte es ein neues Projekt in Schnelsen geben. Die Ehrenamtlichen halten das für nicht zentral genug. Andererseits kommen aber fast alle Gäste aus weit entfernten Stadtteilen und haben kein Problem mit langer Anfahrt.
Hoffnungen hatten sich die Ehrenamtlichen noch auf einen Neubau am Sootbörn gemacht, aber dort entstehen nun neue Räumlichkeiten für den Friedhof. Zu den Gründen gab Pastor Daniel Birkner dem Wochenblatt gegenüber eine Stellungnahme ab (Auszug siehe Kastentext).Ursprünglich war auch geplant, die Ein-Euro-Küche in den Neubau Ecke Max-Zelck-Straße zu integrieren, aber nach Auskunft des Kirchenkreises war dies von den Gästen nicht erwünscht. Nun will man vor Beginn der Abrissarbeiten ein Abschiedsfest für die Ehrenamtlichen veranstalten. Pressesprecherin Dr. Monika Rulfs: „Bis Ende August rechnen wir damit, die Pläne, wie es mit der Begegnungsstätte ab Herbst weitergeht, vorstellen zu können.“ bk

„Sootbörn ging nicht“

Auszug aus der Stellungnahme von Pastor Daniel Birkner: (…) „Es gab Überlegungen mit dem Kirchenkreis, ob dort ein Neubau hätte errichtet werden können, in dem der Kirchenkreis seine Begegnungsstätte und wir zugleich dringend notwendige Räumlichkeiten für den Friedhof in Kooperation hätten unterbringen können. Der Friedhof hat die ehemalige Gärtnerei Huch gekauft, um ein Grundstück direkt am Friedhof zu erwerben, auf dem für ihn noch eine Bebauung möglich ist, und der Friedhof wird in der Zukunft das Grundstück dafür brauchen.Wir sind aber mit dem Kirchenkreis zu keinem gemeinsamen Ergebnis gekommen. Das hatte verschiedene Gründe: es gab unterschiedliche Vorstellungen gegenüber dem Kirchenkreis, und schließlich war für den Friedhof der Zeitraum, innnerhalb dessen eine Entscheidung hätte fallen müssen, zu knapp, um ein endgültiges Konzept zu planen und vorzulegen. Durch die zunächst sehr lange Krankheit von Herrn Voss (ehemaliger Friedhofsleiter, Die Red.) und dessen Tod ist in der Leitung die zeitliche Kapazität, eine solche Planung kurzfristig zu erstellen, nicht vorhanden.  Wir hätten uns bei einer übereilten Entscheidung, die nicht gut durchdacht gewesen wäre, eventuell im wahrsten Sinne die Zukunft für den Friedhof verbaut.“

 

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