Bagger schüren Ängste

Gewerbegebiet Vierenkamp bekommt Zuwachs der für Nachbarprotest sorgt

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Als in den 90er Jahren das Niendorfer Gewerbegebiet Vierenkamp geplant wurde, kam es zu heftigen Protesten der Hausbewohner in den angrenzenden Wohnstraßen. Und auch die aktuelle Entwicklung bereitet den Anwohnern Sorge.

 

Selbst im Gewerbeflächenentwicklungskonzept des Bezirksamts Eimsbüttel aus dem Jahr 2002 wird das Gebiet Vierenkamp als Problemlage aufgrund der Nachbarschaft von Wohnen und Gewerbe betitelt. So klagen die Nachbarn immer wieder wegen der Geräusch- und Geruchsbelästigung seitens der bereits ansässigen Firmen. Dass Konfliktpotential am Standort besteht, zeigt sich wieder dieser Tage.

Denn: Die Vermarktung der bisher brachliegenden und der Stadt Hamburg gehörenden Flächen trägt nun Früchte und gleich mehrere Firmen wollen sich vor Ort ansiedeln. So wurde im Februar 2016 die Errichtung eines Zimmereibetriebs am Vierenkamp 11 vom Bezirksamt genehmigt. Zugestimmt wurde auch der Ansiedlung eines Cateringbetriebes am Vierenkamp 9 sowie dem Neubau eines Außenlagers mit Pkw-Stellplätzen am Vierenkamp 4. Für den Vierenkamp 7 läuft ein Genehmigungsverfahren für den Neubau eines Betriebsgebäudes.

Doch schon der erste Baustart alarmiert die Anwohner. „Wir sind der Meinung, dass auch bei den bisherigen Bauten viele spezielle Auflagen nicht eingehalten wurden und diesmal befürchten wir das wieder“, monieren sie.


Genau hinschauen

„Es gab bauliche Einschränkungen, damit wir nicht komplett zugebaut werden. Doch einige Firmen haben deutlich massiger gebaut, als es nach unserer Meinung erlaubt war“, so die Besorgten. Auch diesmal haben sie die Befürchtung, dass ihre Ängste übergangen werden. „Deshalb schauen wir von Anfang an genau hin, damit das nicht passiert.“ So bemängeln sie jetzt bei den Bauaktivitäten am Vierenkamp 11, dass die gerade angelegten Fundamente für eine unzulässige Bauhöhe sprechen würden.

Doch Anja Bunning von der Pressestelle des Bezirksamts Eimsbüttels erwidert: „Wir haben extra eine Ortsbesichtigung durchgeführt, bei der keine Abweichungen von der erteilten Baugenehmigung festgestellt wurden. Die zulässigen Höhen des Bebauungsplans werden durch das Vorhaben eingehalten.“ Sie stellt sich auch dem Vorwurf, dass die Nachbarn im Unklaren über die kommenden Bauvorhaben gelassen werden. „Die Hamburgische Bauordnung sieht keine Information der Nachbarn vor, wenn Genehmigungen erteilt werden.“

Nun werden direkt neben dem aktuellen bebauten Vierenkamp 11 auf der Wiese zwei weitere Unternehmen entstehen. „Wir wussten immer, dass die Brachflächen eines Tages bebaut werden und wir uns auf Einschränkungen einstellen müssen. Doch wir finden es schade, dass wir außen vor gelassen und vor Tatsachen gestellt werden. Kann man denn für ein gutes Miteinander nicht das Gespräch mit uns suchen?“, so die Anwohner. Viele haben große Angst vor einem Wertverlust ihrer Häuser. Sie werden die Lage vor Ort im Auge behalten und sofort protestieren, wenn Sie Unrechtmäßigkeiten feststellen. moe

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