Traditionsverein wird mit vielen Traditionen brechen

Bürgerverein Hoheluft-Großlokstedt will neue Wege gehen

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Der traditionsreiche Bürgerverein Hoheluft-Großlokstedt von 1896 feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen. Mit vielen Traditionen soll nun aber gebrochen werden, verrät der erste Vorsitzende Roland Heintze (CDU) im Gespräch mit Wochenblatt-Redakteurin Miriam Flüß. Der Unternehmer aus Niendorf wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Heintze, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl. Sie kündigen Veränderungen im Bürgerverein an. Was ist der Anlass dafür?

Roland Heintze: Vereine haben es in Hamburg schwer. Immer mehr Menschen sind bereit sich projektweise zu engagieren, aber eben nicht mehr in Form einer festen Mitgliedschaft. Hinzu kommt, dass wir gern auch diejenigen in unseren Stadtteilen für den Bürgerverein gewinnen möchten, die noch mitten im Leben stehen. Da ist häufig Zeit das Problem. Hierauf müssen wir reagieren.  

 

NW: Welche Veränderungen planen Sie?

RH: Der Vorstand tagt künftig öffentlich, das Programm wird jünger und wir machen mehr das, was uns Spaß macht – eben weniger traditionelles Pflichtprogramm. Dadurch wird es bei uns dann hoffentlich noch lebendiger und offener für alle, die mitmachen wollen.

 

NW: Bei lebendiger denkt man an jünger. Der junge Bürgerverein wurde aber eingestellt…

RH: Dem jungen Bürgerverein fehlte der Zuspruch und die verantwortlichen Vorstände  möchten ihre Kraft jetzt gern in andere Projekte des Bürgervereins investieren, wie zum Beispiel den Herbstempfang.

 

NW: Zukünftig möchte sich der Bürgerverein unabhängig von Anlässen wie Tibarg-Fest oder  Lokstedt-Rallye mit Infoständen auf dem Tibarg präsentieren. Gibt es schon Termine?

RH: Der erste ist im Mai geplant. Wobei wir gerne mit einer Überraschung am Stand aufwarten würden und die bereitet uns gerade noch logistische Probleme.

 

NW: Wie wurde die erste offene Vorstandssitzung Ende April angenommen?

RH: Wir hatten einige Besucher mit einer Menge Fragen und Anmerkungen. Künftig wird es immer am Anfang einen Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus den Stadteilen“ geben. Hier stehen unsere kommunalpolitisch aktiven Vorstandsmitglieder, wovon es einige bei uns gibt, Rede und Antwort.

 

NW: Sie sind Vorsitzender der CDU Hamburg, weitere Vorstandsmitglieder sind in der CDU aktiv. Da stellt sich ketzerisch die Frage: Wird der Bürgerverein demnächst in „CDU Ortsverband Hoheluft-Großlokstedt“ umbenannt?

RH: Grundsätzlich finde ich, dass es wichtig ist, dass sich Menschen für ihren Stadtteil engagieren. Da spielt das Parteibuch keine Rolle. Das gilt auch für den Bürgerverein. Bei uns engagieren sich wie auch im Jugendforum Menschen aller politischen Couleur und das ist auch gut so. Ich halte in Zeiten, wo rechtspopulistische Parteien erstarken wenig von pauschaler Politiker- Schelte. Gerade in der Kommunalpolitik ist das ehrenamtliche Engagement für die Gemeinschaft unverzichtbar.

 

NW: Herr Heintze, vielen Dank für das Gespräch.

 

Der Bürgerverein Hoheluft- Großlokstedt von 1896 hat rund 300 Mitglieder, der Mitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro jährlich für Einzelpersonen und 26 Euro jährlich für Paare.

Weitere Informationen auf www.buergerv.de.

 

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