Sehen sich wöchentlich Mostafa Hashemi (25), Danial Alireza (25), Hamed Kotobi (28), Seniorin Hildegard Jeß (83) und Fateme Jamalzada (17, v. li.) Foto: Kursana

Viel mehr als nur Sprachunterricht

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Zwei ehrenamtliche engagierte Bewohner der Kursana  Residenz in Niendorf Nord vermitteln jungen Asylbewerbern die deutsche Sprache und Kultur.

 

„Manche Menschen in Deutschland legen sich eine Katze zu, damit sie auf ihrem Hof Mäuse fängt. Andere halten sich ein Tier zum Schmusen”, erklärt Hildegard Jeß (83). Danial Alireza (25), Hamed Kotobi (28), Mostafa Hashemi (25) und Fateme Jamalzada (17) hören der Seniorin aufmerksam zu und staunen. „Solche Haustiere gibt es in unserer Heimat nicht”, erklärt Danial seiner „Lehrerin“.

Einmal wöchentlich trifft sich Hildegard Jeß in der Kursana Residenz  Niendorf Nord mit fünf Flüchtlingen zum Unterricht. Die jungen Menschen sind aus Afghanistan und dem Iran geflüchtet, kamen vor fünf Monaten nach Hamburg und sind voller Elan beim Sprachkurs dabei „Hier erfahren wir neben den Grammatikübungen auch mehr über die Kultur”, sagt Afghane Danial Alirez. „Frau Jeß hat uns erklärt, dass hier Frauen und Männer gleichberechtigt sind”, bemerkt der höfliche junge Mann, der sich bereits gut auf Deutsch unterhalten kann. „Gutes Benehmen in Deutschland bedeutet: Damen zuerst!”

Auch Dr. Andreas Taubert (78), der aus dem badischen Mosbach in die Kursana Residenz gezogen ist, engagiert sich hier beim Deutschunterricht. „Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, unter welchen Lebensumständen die Flüchtlinge in Griechenland leben”, sagt der ehemalige Internist. Dr. Taubert geht den Unterricht gern von der praktischen Seite an, bringt Gegenstände  des täglichen Lebens mit und gibt manchmal auch ganz konkrete Hilfestellung im Alltag. 

Beide Senioren wünschen sich, dass sich mehr Ruheständler für die Flüchtlinge engagieren. „Außerdem profitieren wir selbst”, freut sich Dr. Taubert. „Ich komme fröhlich aus jeder Stunde.” kn

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